Morgen

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Keyword: Morgen

Links: Abend, Anfang, Aufbruch, Bewusstsein, Heros-Prinzip, Licht, Mittag, Nacht, Nachtmeerfahrt, Rot, Sonne, Tag

Definition: Der Morgen (Schimmer, Dämmerung; urspr. = so viel Land, wie ein Mann mit einem Gespann an einem Morgen pflügen kann) bezeichnet die Tageszeit um das Hellwerden nach der Nacht, den früher Vormittag.

Information: Der Morgen ist die Geburt des Lichts, das zu dieser Tageszeit noch jungfräulich und rein ist. Es hat noch nicht die Dinge der Welt gesehen und ist noch nicht von ihnen beeinflusst.

Interpretation: Somit ist der Morgen Symbol der Reinheit und der Verheißungen, man "wittert Morgenluft". Der Morgen markiert auch das Ende der Nacht, das Ende des Todes, der Trauer, symbolisch gesagt der Nachtmeerfahrt. Ein neuer Tag beginnt, neues Leben erwacht, ein Tagwerk wird begonnen. Die Blumen öffnen sich, die Pflanzen wenden sich dem frischen Licht zu, alles beginnt sich zu entfalten und zu strecken.

Im weiteren Sinne geht es um Wiedergeburt oder Auferstehung und um den Sieg des himmlischen Gottes über die Mächte der Finsternis."Morgenstund hat Gold im Mund", sagt das Sprichwort und der Morgen wird auch als Lieblingszeit der Götter gesehen wie es das Lied sagt: "All Morgen ist ganz frisch und neu, des Herren Gnad und große Treu".

Aber er ist auch Zeit göttlicher Gerichtsbarkeit: "Jeden Morgen will ich vertilgen alle Gottlosen im Lande, dass ich alle Übeltäter ausrotte aus der Stadt des Herrn." (Psalm 101,8).

Entsprechend der Morgensymmbolik ist der Morgenstern (Venus in der Position am Morgen) Symbol ständiger Erneuerung und er kündet den Sieg des Lichts über die Dunkelheit. Die Morgenröte - Aurora, bzw. Eos, Schwester von Sol, bzw. Helios und Luna bzw. Selene, Mutter des Lucifer - ist der symbolisierte Inbegriff des Morgens und seiner erwachenden Fülle der Möglichkeiten und Versprechungen, sowie der darin liegenden Hoffnung. Sie führt die Tages-Helle aus der Morgengegend herauf und begleitet den Sonnengott, öffnet ihm die goldene Pforte und streut Rosen auf den Pfad. In keltischen Mythen wird sie "Jugend des Tages" genannt.

Die Morgenröte ist auch Maria, die die Christussonne bringt. Ihre jungfräuliche Geburt symbolisiert sich im Sonnenstrahl. Über den Tag hinaus weist die Morgenröte auch auf das Jenseits, die Existenz eines Lichts jenseits des Todes, also eine Hoffnung, die über die irdische Existenz hinausweist.

Als Symbol im Traum weist der Morgen vor allem auf den Neuanfang, das Ende der passiv-kontemplativen und den Beginn der bewussten, handlungsorientierten Phase. Er weist aber auch auf das Wagnis der Tatkraft und die Gefahr der naiven Überschätzung.

Literatur: Standard

Autor: Knoll, Dieter

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