Sublimatio

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Keyword: Sublimatio

Links: Albedo, Alchemie, Alchemie, Phasen der Aufstieg, Coniunctio, Fliegen, Lapis, Logos-Prinzip, Luft, Opus magnum Rubedo, Selbst, Stein, Vogel

Definition: Die Sublimatio ist eine alchemistische Operation, bei der ein fester Stoff durch Erhitzen in einen gasförmigen Zustand übergeht, im Gefäß aufsteigt und sich wieder zu einer Flüssigkeit oder einem Pulver verfestigen kann.

Information: In der Alchemie glaubte man damit den Geist bzw. die Seele eines Stoffes isoliert zu haben, den schwarzen Rückstand des Stoffes bezeichnete man als caput mortuum (Totenkopf, Nigredo). Während der Trennung (Separatio) des Geistes bzw. der Seele vom Körper werden diese gereinigt und einer erneuten Coniunctio zugeführt. Oft wird das Sublimat als Vogel dargestellt.

Interpretation: Psychologisch beinhaltet die Sublimatio die Fähigkeit, einen höheren, geistigen Standpunkt einzunehmen und etwas zu überblicken (vgl. Edinger S. 150f). Dem entsprechen Bilder einer Aufwärtsbewegung wie Schweben, Fliegen, Turm, Kreuz oder Leiter, und mythologische und religiöse Motive wie der Aufstieg des Herakles in den Olymp, der feurige Wagen von Elias, das christliche Himmelfahrtsmotiv, der Aufstieg der Seele in der Gnosis nach dem Fall und ihre Läuterung, die Osirisleiter, die Jakobsleiter oder die Erhöhung Christi durch den Kreuzestod.

Die negative Seite der Sublimatio ist Abgehobenheit und Dissoziation, mythologisch der Turmbau zu Babel. Binswanger hat Verstiegenheit und Volatilität als anthropologische Kategorie bei manisch Kranken beschrieben. Das Gegenmittel für die Sublimatio ist die Coagulatio als Erdung und Bodenhaftung. „Sublimiere den Körper und koaguliere den Geist“ (Edinger, S. 178), so lautet ein Motto der Alchemie.

C. G. Jung sieht in der alchemistischen Sublimatio ungefähr das Gegenteil von dem, was Freud als Sublimierung versteht. Freud habe daraus eine triebhaft gesteuerte Ersatzhandlung, eine Notoperation des Ich gemacht, ohne wirkliche Einsicht in die geistige Dimension solcher seelischen Wandlungsprozesse zu besitzen.

Literatur: Standard, Edinger (1990)

Autor: Krapp, Manfred

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