Eisenbahn

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Keyword: Eisenbahn

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Definition: Die Eisenbahn ist ein an eiserne Schienen gebundenes Transportsystem.

Information: Die Fahrzeugführung im Gleis ist sehr alt. Schon die Assyrer und Römer z. B. arbeiteten mit Gleisvertiefungen in den Straßen zur Führung der vierrädrigen Transportkarren. Im 16. Jahrhundert wurden die Förderwagen in deutschen Bergwerken auf hölzernen Schienen bewegt. 1767 wurden in England die ersten gusseisernen Schienen hergestellt, auf denen Kohlen- und Erzzüge von Pferden gezogen wurden. Die Entwicklung der Eisenbahn begann mit der Erfindung der Dampflokomotive 1804 durch Trevithil und der Möglichkeit, schmiedeeiserne Schienen zu walzen ab 1820. Die erste Dampflokomotive wurde 1825 zwischen den Orten Stockton und Darlington in Grosbritannien eingesetzt. Die erste deutsche Eisenbahnstrecke entstand 1835 zwischen Nürnberg-Fürth. Ab 1900 erfolgte eine teilweise Elektrifizierung des Schienennetztes. Ab 1950 wird die Dampflokomotive schliesslich sukzessive durch die Diesellokomotoive abgelöst.

Das Motiv der Eisenbahn wird und wurde vielfältig eingesetzt. Es erscheint auf Briefmarken, in Filmen, in der Malerei und in Romanen: Kaum eine andere Maschine erreichte zur Zeit ihrer Einführung die Faszination der Dampflokomotive.

Sie repräsentierte unerreichte Stärke erlaubte oftmals das kollektive Reisen durch sonst unerschlossenes, nur unter persönlichen Gefahren zu durchquerendes Terrain und brachte den Fortschritt der Technik - und damit Veränderung - zu den Bahnhöfen an ihrer Gleisstrecke. Zwar konnte eine Lokomotive mit ihrem Zug entgleisen, aber nichts sonst konnte dieses Gespann von seinem Weg abbringen.

Interpretation: Mit Hilfe der Eisenbahn können Regionen erschlossen werden, die anderen Verkehrsmitteln kaum noch zugängig sind und manche Eisenbahnlinien, die so zur Lebensader für die besiedelten Regionen längs ihrer Gleise wurden, wie etwa die transsibirische Eisenbahn, wurden zur Legende. In ihrer Weiterentwicklung sind Eisenbahnzüge, etwa in Form moderner Hochgeschwindigkeitszüge oder Magnetschwebebahnen noch heute Symbol technischen Fortschrittes, Raum übergreifender Expansion und wirtschaftlicher Potenz.

Gerade in dieser Macht liegen jedoch auch die dunklen Seiten, die dem Begriff der Eisenbahn anhaften. Die Fahrgäste eines Zuges sind auf der Strecke zwischen zwei Haltepunkten (Bahnhöfen) in ihrem Schicksal aneinander gebunden. Ein Thema, das der bekannte Kriminalroman " Mord im Orientexpress" von A. Christie darstellt. Weiter noch geht der Künstler Alfred Kubin, der die Eisenbahn in einer Federzeichnung auch als einen bösen Dämon sieht.

Diesem Aspekt des Dämonischen, das dem Macht- und Fortschrittssymbol Eisenbahn anhaftet, kann man sich in der Tat nicht verschliessen, wenn als Endpunkte von Bahnlinien die Bilder der Rampen von Ausschwitz und anderen Vernichtungslagern der nationalsozialistischen Mordmaschinerie aufscheinen und deutlich wird, dass die Ermordung von Millionen Menschen in dieser perfiden Perfektion ohne den Einsatz von Eisenbahnzügen als technisches Hilfsmittel nicht realisierbar gewesen wäre.

Entsprechend facettenhaft präsentiert sich das Symbol Eisenbahn in der Ausgestaltung psychischer Inhalte.

Fährt eine Person im Traum in einer Eisenbahn, bedeutet dies, dass er ähnlich wie in einer Strassenbahn ein kollektives Fortbewegungsmittel benutzt, d. h. ein Fortbewegungsmittel, das alle Menschen benutzen können. Es bedeutet aber gleichzeitig, dass er/sie auf festgelegten Schienen fährt und sich nach einem für alle gültigen Fahrplan mit festen Abfahrtszeiten, Haltestellen und Zielen richten muss.

Der Träumer befindet sich demnach möglicherweise auf einer mehr allgemeinen als individuellen Lebensfahrt, die zudem von einer unbekannten Kraft, nämlich der Lokomotive bestimmt wird. Hat die Fahrt einmal begonnen ist ein Wechsel oder eine Rückkehr erst nach neuerlichem Halt möglich.

Einen Zug verpassen kann bedeuten, eine Chance für den Wandel (Einsteigen, Umsteigen) verpassen.

Aber auch als Symbol für die Auseinandersetzung mit der "endgültigen Abreise" in den Tod, dem Sterben, oder der Angst zu sterben ist dieses Symbol nicht selten, wie z. B. bei Freud, assoziiert.

Literatur: Standard, Born 1977

Autor: Junghan, Marianne

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