Kunst

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Keyword: Kunst

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Definition: Kunst (althochdeutsch, zu können) Im weitesten Sinn jede auf Wissen und Übung gegründete Tätigkeit.

In einem engeren Sinn die Gesamtheit des vom Menschen Hervorgebrachten, das nicht durch eine Funktion eindeutig festgelegt ist oder sich darin erschöpft. Der Gegensatz der Kunst zum Handwerk und zur Wissenschaft bildete sich erst im Übergang vom 18. ins 19. Jahrhundert aus. Im heutigen Verständnis ist die Kunst in die Teilbereiche Literatur, Musik, darstellende Kunst sowie bildende Kunst gegliedert, wobei die Kunst seit einigen Jahrzehnten gerade mit der Überschneidung dieser Bereiche arbeitet.

Im engsten Sinn steht Kunst, v. a. im alltäglichen Sprachgebrauch, für bildende Kunst.

Information: Die schöpferische Gestaltungskraft des Menschen zeigt sich in der Kunst. Seine Auseinandersetzung mit der Welt findet im Medium des Bildes, der Sprache und der Musik Ausdruck. Kunst zeigt das Leben in seinen vielen Facetten und bringt die vielfältigsten Bedingungen des Daseins in eine wahrnehmbare Form. Paul Klee (1874-1940) drückt seine Überzeugung so aus: "Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar." Alle Bilder, Skulpturen, Worte und Musikklänge sind demnach Versuche, einen besonderen Aspekt des Erlebens erkennbar und verständlich zu machen. Sie sind Abbilder der äußeren und der inneren Welt zugleich; Bedeutungsträger, die eine Botschaft vermitteln können, wenn sich der darin verborgene Sinn offenbart. Ein Kunstwerk als Symbol ist etwas, das über die reine Darstellung hinausweist und in dem sich zwei gegensätzliche, polare Ebenen vereinen: im Äußeren kann sich etwas Inneres offenbaren, im Körperlichen der geistige Gehalt und im Besonderen kann sich ein allgemeines Prinzip manifestieren.

Interpretation: Das Kunstwerk drückt in Worten, Tönen, Formen und Farben aus, was den Künstler bewegt und was er intuitiv erfasst und gestaltet hat. C. G. Jung beschrieb, dass der schöpferische Prozess durch eine Belebung der im Unbewussten ruhenden ewigen Symbole der Menschheit angeregt werde und vom Künstler in seiner individuellen Entwicklung und Ausgestaltung zu einem Kunstwerk geformt würde. Durch die Verbindung von handwerklichem Können und Inspiration entsteht aus den Urbildern des kollektiven Unbewussten ein neues, einmaliges Kunstwerk, das aber durch seine archetypischen Wurzeln mit dem Wesen des Menschen immer verbunden ist. Aus diesem Grund spricht Kunst viele Menschen an, eröffnet ihnen neue Horizonte und fordert zur Auseinandersetzung auf.

Der Künstler erfasst und verarbeitet aber auch seine Eindrücke, denen er im äußeren Leben begegnet, er ist somit Beobachter und Kommentator seiner Zeitepoche. Der Künstler hat die Fähigkeit zur formenden Kraft, mit der er seine Wahrnehmung von außen und innen zu einer organisch-ästhetischen Ganzheit verbinden kann. Imagination, Intuition und Inspiration des Künstlers lassen seelisch-geistige Erkenntnisse in eine Gestalt kommen.

Bei der Betrachtung, dem Lesen oder Hören von Kunstwerken antwortet etwas in uns und aus uns darauf, was den Künstler bei der Schaffung dieses Werkes bewegt hat, was sich im Kunstwerk offenbart. Ob etwas als Symbol aufgenommen wird, hängt vom Erkenntnishorizont des Betrachters, des Lesers oder des Hörers ab; ob er die in der künstlerischen Realität dargebotenen Ebene von Bild, Wort oder Klang als äußere Hülle einer zugrundeliegenden Sinnebene betrachten kann.

Dieser Sinn kann uns Menschen aufmerksam machen und verändern. Kunst ist also ein wesentlicher Beitrag zur Weiterentwicklung und Wandlung. Den verborgenen Sinn in einem Musikstück, einer Geschichte oder einer Skulptur können wir nur erkennen, wenn wir mit dem Kunstwerk in Beziehung treten. Gelingt dies, so wird durch das Erleben und Erfahren des Kunstwerkes ein Zugang zum Reichtum der eigenen Persönlichkeit geöffnet. Das schöpferische Potential im Menschen wird angesprochen, plötzlich werden neue Erkenntnisse möglich. Kunst mit dem Leben zu verbinden bedeutet, durch diese Anregung fähig zu werden, schöpferischer mit dem eigenen Leben umzugehen. Das Kunstwerk fordert uns sogar dazu auf. Denn, so Joseph Beuys (1921-1986) " [...] das Kunstwerk ist das allergrößte Rätsel, aber der Mensch ist die Lösung." (1985)

Literatur: Standard

Autor: Briendl, Linda

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