Engel

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Definition: Der Engel (lat. angelus, von gr. ángelos „Bote“, „Botschafter“; Übersetzung von hebr. mal'ach „Bote“) ist in vielen Religionen ein Wesen, das Gott oder den Göttern zur Seite steht, aber von ihnen unterschieden wird.

Information: Ein statistischer Ausdruck für diese Universalität des Engel ist die Tatsache, dass der Begriff ca. 2. 420. 000 mal im Internet vorkommt (und allein die Seiten für die BRD nennen Engel 1. 010. 000 mal). Nach statistischen Erhebungen glauben etwa 50 Prozent der Deutschen an einen Schutzengel und 10 Prozent der Befragten geben an, dass sie persönliche Erfahrungen mit ihrem Engel gemacht haben.

Interpretation: Engel sind ein universales Symbol für die Spiritualität des Menschen und seine ganzheitlichen Beziehungen zum Ganzen, zur geistigen Welt und zu Gott. Nach tiefenpsychologischer Auffassung scheinen die Engel eine kompensatorische Funktion in der geistigen und spirituellen Situation der Gegenwart zu haben. Da Gott für viele Menschen sehr ferne gerückt ist, scheinen die Engel als Boten Gottes den unendlichen Abstand zu den Menschen zu überbrücken.

Die Mythen und Religionen wissen vieles von Engeln zu berichten. Schon in den alten Religionen kannte man in Assyrien und in Mesopotamien kannte diese geflügelten Wesen. In der biblischen Überlieferung kommen Engel als Boten Gottes im Alten Testamt über 200 mal vor, im Koran und im NT wird mehr als 100 mal von Engeln gesprochen. Nach der biblischen Definition sind "Engel dienende Geister, ausgesandt, um denen zu helfen, die das Heil erben sollen" (Hebräer 1, 14). Nach dieser Vorstellung sendet Gott die Engel als dienstbare Geistwesen aus, zu Hilfe für alle jene, die das göttliche Heil erben sollen. Nach einer kirchlichen und dogmatischen Formulierung "versteht man unter Engeln die Botenmächte des Dreieinigen Gottes, die seinen Willen auf Erden vergegenwärtigen und vollstrecken" (RGG Bd. II S. 467).

Nach dem Theologen R. Guardini "sind Engel ein Symbol für die unsterbliche Seele". Für viele moderne Menschen hat Marc Chagall das Symbol des Engels besonders überzeugend dargestellt. Im Frauenmünster in Zürich, in St. Stephan in Mainz, in Nizza und an vielen anderen Orten können die Originale betrachtet werden. Nach einem eindrucksvollen Traum in Petersburg um 1910 begann Chagall sein ganzes Leben lang die Erscheinungen von Engeln zu malen und sie als inspirierende Muse darzustellen. Darüber hinaus sind bei Chagall die Engel Schutzgeister des Liebespaares, das ein Symbol für die Vereinigung des Männlichen und Weiblichen darstellt. Als inspirierende Anima verkörpert der Engel schließlich bei Chagall die transzendente Funktion der Seele, die Bewusstes und Unbewusstes und letztlich auch Gott und den Menschen miteinander verbindet. Zu der Bedeutungsvielfalt der Engel bei Chagall gehören nicht nur die biblischen Boten, sondern auch die Geisteskräfte der Liebe und seine geflügelten Elementargeister. Letztlich ist für ihn noch die ganze Schöpfung im Werden, sodass seine Engel spirituelle Symbole sind für die Bewegtheit der ganzen Schöpfung durch den Geist der Liebe.

Mit den genannten Beschreibungen kommt Chagall dem tiefenpsychologischen und therapeutischen Verständnis von Engeln recht nahe.

Tiefenpsychologisch gesehen sind Engel symbolischer Ausdruck für de transzendente Funktion und das spirituelle Selbst des Menschen.

Die vier Erzengel können den vier Jahreszeiten zugeordnet werden.

Gabriel ist sowohl der Verkündigungsengel und wird dem Frühjahr zugeordnet und lässt sowohl die Naturkräfte aufkeimen als auch in den Menschen Hoffnung und Lebensmut erwecken.

Uriel ist der Lichtengel und wird dem Sommer zugeordnet und kann mit Hilfe der Sonnenstrahlen bei den Menschen eine Erleuchtung bewirken.

Michael als der starke Held und geistige Kämpfer wird dem Herbst zugeordnet.

Raphael schließlich hat seine besondere Zeit zu Weihnachten, also zur Geburtszeit des Heilands und des Heilers und ist wie dieser Ausdruck des Archetypus der Heilung und Ganzwerdung. Raphaels Attribute sind der Pilgerhut, der Wanderstab als Begleiter der Reisenden und das Gefäß mit der Heilsalbe sowie mit dem Lebenswasser. Seine Attribute und Funktionen verweisen auf den griechischen Gott Hermes, der bei den Römern Merkurius genannt wird.

Diese Gestalten können als Schutzpatrone der Tiefenpsychologen und Psychotherapeuten gedeutet werden, weil auch sie Begleiter der Menschen durch die Konflikte des Lebens sind und die Seelen durch die Tiefen des Unbewussten geleiten. Die genannte "Verwandtschaft" bedeutet für den Verfasser, dass Raphael der Schutzpatron und Supervisor für die spirituelle Therapie ist. Nach therapeutischen Erfahrungen aktivieren die Erscheinungen von Engeln und insbesondere von Raphael in den Träumen bisher unbewusste Selbstheilungskräfte in der Seele. So konnte beobachtet werden, dass depressive Patienten und schwer suizidale Patienten nach einem Engeltraum von den Selbstmordgedanken ablassen konnten. Andere Patienten berichten, dass sie in großen Ängsten oder in Ehekrisen durch einen Engel getröstet wurden und neuen Lebensmut bekamen. Vor allem sterbende Menschen zeugen die tröstliche Anwesenheit einer Lichtgestalt als persönlichen Todesengel, der über die Schwelle begleitet. Daher bezeichne ich diese Engelkräfte als spirituelle Energien des Heiligen Geistes.

Literatur: Standard; Hark, 2007

Autor: Hark, Helmut

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