Denkmal

Aus Symbolonline
Wechseln zu: Navigation, Suche

Keyword: Denkmal

Links: Bauwerk, Kunst, Statussymbol, Stein, Symbol

Definition: Ein Denkmal oder Monument (germ bankjan "machen, dass etwas einleuchtet", got. bagkjan zu ahd. denken; indogerm mei- "sudeln, beschmieren", got. mail "Runzel", ahd. meil "Fleck, Zeichen, Befleckung, Sünde, Schande" vgl. engl mole "Leberfleck") beschreibt im weitesten Sinne jeden kulturgeschichtlich bedeutsamen Gegenstand, welcher insbesondere an bedeutsame Ereignisse oder auch Personen erinnert.

Information: Keine

Interpretation: Denkmäler sind Symbole durchaus auch im engeren Sinne. In ihnen verdichten sich konkrete, häufig konflikthafte Ereignisse in einer neuen, schöpferischen Gestalt, sodass sich Aktuelles und Vergangenes, Individuelles und kulturell Gemeinsames vermischen. In diesem Sinne dienen Denkmäler der Erweiterung und Vertiefung des kulturellen Bewusstseins im einzelnen Menschen und sind insofern unverzichtbar für die explizite kulturelle Selbstvergewisserung. Dies erfordert nicht nur eine Vieldeutigkeit der konkreten Gestalt des Denkmals und eine "symbolische Einstellung" des betrachtenden Menschen, sondern auch das Bemühen des Einzelnen um konkrete Kenntnisse und Zusammenhänge des zu Erinnernden. In dieser Hinsicht verstehen sich Denkmäler im Wortsinne als das Anrufen des Einzelnen, sich konkret seiner Kultur zu vergewissern. Denkmäler finden sich in elaborierten und geschichtsbewussten Kulturen in vielfältigster Form, so dass in heutigem Verständnis alle Kulturprodukte als Denkmal verstanden werden können – also auch Worte, Bücher, Zeichen, Bilder, Klänge, Musik und Gebäude. Denkmäler der transatlantischen Kultur in diesem Sinne sind demnach beispielsweise auch das Tagebuch der Anne Frank oder die Bilder des in das WTC einschlagenden Flugzeugs 9/11, aber auch das Beethovensche "Tatata-Tam" und das Wort "Wembley-Tor". In engerer Sicht finden sich Denkmäler in den frühen Hochkulturen als Stelen, Obelisken, Säulen und auch insbesondere römisch als Triumphbogen, wohingegen in der Neuzeit zunehmend figürliche Darstellungen überwiegten. So das Reiterdenkmal zur Darstellung des absolutistischen Fürsten und Herrschers oder die Personenstatue in imperialer Überdimensionalität wie das Hermannsdenkmal im Teutoburger Wald (1875) oder die Freiheitsstatue in New York (1886). Beginnend im letzten Jahrhundert zeigen sich Denkmäler entsprechend der bildenden Kunst eher abstrakt, architektonisch oder greifen ursprüngliche Symbole auf (Holocaust-Denkmal, Berlin; Ground Zero, New York). Daneben findet sich zunehmend das Bewahren geschichtsträchtiger Orte und deren Umwidmen vom Schauplatz des Ereignisses zum Schauplatz der Erinnerung (Ausschwitz, Theresienstadt, Berliner Mauer).

Literatur: Standard

Autor: Schlimme, Jann

Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Werkzeuge