Trance

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Keyword: Trance

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Definition: Trance (lat. transire: hinübergehen, hinüberschreiten) ist ein veränderter Bewusstseinszustand der beispielsweise durch Hypnose, Tanzrituale, Atemtechniken, Reizüberflutung usw. ausgelöst werden kann und in dem traum- und drogenähnliche Erfahrungen gemacht werden können.

Information: In vielen Religionen wird die Trance als Mittel angesehen, um mit der spirituellen Welt oder dem Jenseits in Kontakt zu treten. Das Ich-Bewusssein verliert dabei die vorübergehend äußere Orientierung und „tritt weg“, ohne dass der Betreffende einschläft. Archaisch wird dieses „Wegtreten“ konkretistisch verstanden: als Austritt der Seele aus dem Körper, als „Blick hinter den Vorhang“, der das Jenseits verhüllt. Der Trance-Zustand wird früharchaisch oft bei Festen provoziert, etwa durch unentwegtes Trommeln, monotones Singen, Tanzen und Drogengenuß, wobei sich jene, die in Trance fallen, ganz nach „drüben“ konzentrieren.

Interpretation: Nach tiefenpsychologischer Auffassung besteht der „Ausflug nach drüben“ in inneren Wahrnehmungen. Dabei ist im Gehirn nicht mehr, wie sonst im Wachzustand, der Assoziationscortex der Rinde besonders aktiv, sondern das evolutionsgeschichtlich ältere limbische System.

Die Tiefenpsychologie versteht das Erlebnis der Trance als Erfahrung des Unbewussten. Ein vollwertiger Ersatz für die archaische Trance ist die Pflege der inneren Wahrnehmung durch Introversion: Aktive Imagination, katathymes Bilderleben, Meditation, Achten auf Träume und Stimmungen sowie einen meditativen Lebenswandel. Dadurch werden die tieferen Schichten der Psyche ans Ich-Bewusstsein assimiliert und der Individuationsprozess gefördert.

Literatur: Standard

Autor: Kaufmann, Rolf

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