Krone

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Keyword: Krone

Links: König, Krönung, Kopfbedeckung, Logos

Definition: Auf dem Kopf getragener breiter, oft mit Edelsteinen verzierter goldener Reif mit Zacken, der als Zeichen der Macht und Würde eines Herrschers bzw. einer Herrscherin gilt.

Information: Keine

Interpretation: Die Krone ist Ausdruck der herrschaftlichen Würde, der Macht und der Weihe. Da sie auf dem Kopf getragen wird, hat sie eine die Person überhöhende, ins transzendente weisende Bedeutung. Der Träger wird dadurch als übermenschliches, mit der höheren/ geistigen Welt verbundenes Wesen legitimiert. Kopfaufsätze in Form von Federkronen, oder Hörnermasken kommen schon bei Völkern mit schriftloser Kultur vor, reifartige Kronen sind hingegen Symbole des Königtums. Die ringartige Struktur nimmt den Symbolgehalt des Kreises (Kreis, Ring) wie Vollkommenheit und Unendlichkeit auf. Die strahlenförmigen Zacken erinnern an die Strahlen der Sonne und verkörpern geistige Energie und Macht. Gekrönte Herrscher können meist als Repräsentanten eines patriarchalisch-solaren Weltbildes aufgefasst werden. Die Krone ist jedoch auch ein Attribut von Sonnengöttern und stellt deren Sonnenscheibe dar. In den wertvollen Materialien (Gold oder Silber, verziert mit Edelsteinen), aus denen die Krone hergestellt sind, spiegelt sich Ansehen, Reichtum und Einfluss der Gekrönten wieder. Die Krone bildete den Kopfschmuck mehrerer ägyptischer Gottheiten (Amun, Horus, Osiris); die Doppelkrone der Pharaonen galt als Verkörperung der königlichen Schutzgöttin, die in dieser Gestalt über das Wohl von Herrscher und Reich wachten. Die Götter - u. Königskronen wurden von den Ägyptern wie mächtige, zauberische Wesenheiten geachtet, denen ein eigener Kult und Lieder geweiht waren. Fantastisch gestaltete Kronen wiesen die Priesterfürsten der Maya in Yucatán auf. Im Buddhismus und Hinduismus wie im Islam gilt die Krone (gelegentl. mit der Lotosblüte in Verbindung gebracht) als Zeichen der Erhebung des Geistes über den Körper. In der Yoga-Philosophie deutet das Kronen-Chakra auf eine hohe Bewusstseinsebene hin. Im Judentum ist die diademartige Goldkrone Zeichen hohepriesterlicher Würde. Christus ist mit Ehre und Herrlichkeit gekrönt. In der Bibel wird mehrfach von der "Krone des Lebens", der "Krone der Gerechtigkeit" gesprochen, was das Versprechen des ewigen Lebens beinhaltet. Gekrönte Frauengestalten symbolisieren die theologischen Tugenden Glaube und Hoffnung, die Kardinaltugend der Gerechtigkeit, auch die Beharrlichkeit, ferner die Kirche, die Philosophie und die Synagoge. Symbolkundlich verwandt sind im Abendland Braut- und Totenkronen, die auf den Übergang in einen neuen Daseinszustand hinweisen. Eine Krone bzw. Kranz aus Immergrün bedeutet Leben; Unsterblichkeit; Sieg, eine Krone zu Füßen heißt Verzicht auf Königswürde. Eine mit Türmchen versehene Krone steht für mit Türmen versehene Stadtmauern und wird oft von Großen Müttern (z. B. Stadtgöttinnen) getragen. Die Dornenkrone, die, als eine Parodie auf den Rosenkranz des römischen Imperators, Christus aufs Haupt gesetzt wurde, verkörpert Passion und Märtyrertum und ist auch ein Attribut etlicher Heiligen. Maria trägt als Himmelskönigin häufig eine Krone aus Sternen.

"Das setzt der Sache die Krone auf" - bedeutet, das ist eine Frechheit, Gemeinheit, das ist das letzte, was geschehen konnte, was geduldet werden darf. Die deutsche Redensart könnte auch aus der Sprache der Bauleute oder Zimmerer stammen, die eine Krone als "Richtkrone" und höchsten Schmuck auf den Dachfirst des Hauses setzen, wenn der Rohbau beendet worden ist und dies gefeiert werden soll."Jemanden die Krone abnehmen /rauben" bedeutet jemanden seines Ansehens, seiner Stellung berauben, ihn demütigen."Das bricht dir keinen Zacken aus der Krone" oder "Brich dir nur keinen Zacken (aus der Krone) /ab, bedeutet "damit vergibst Du dir nichts, das ist nicht unter deiner Würde", "Er ist wie die Perle in der Krone"- er hat eine bevorzugte Stellung."Sich in die Krone legen", meint sich lebhaft zu verteidigen. Die goldene Krone gehört in Märchen als Zeichen ihrer Würde zu König und Königin. Im Märchen geht es häufig darum, eine verloren gegangene Krone wieder zu finden. In "Die beiden Wanderer" (Grimm KHM 107) kann der Schneider diese schier unlösbare Aufgabe lösen, indem er durch die Hilfe von Enten die Krone in der Tiefe eines Teiches finden und bergen kann, was verstanden werden kann als höchster Wert, als innere Ganzheit, die im Unbewussten zu finden ist. Die Krone der Schlange zu erhalten bedeutet in Märchen meist eine höhere Form der Bewusstwerdung ("Die beiden neidischen Schwestern", Zigeuner Märchen Nr. 24 in Beit Bd. II S. 247) aber auch den Zugang zu Wohlstand, (Reichtum) Ausbildung positiver Charaktereigenschaften und Glück ("Das Natterkrönlein", Bechstein Bd. 2, S. 484 f. ).

Die Krone als Rangabzeichen eines Herrschers oder Herrscherin, symbolisiert mit ihrer Nähe zu Kreis und Sonne den höchsten Wert, die innere Ganzheit (Aspekte des Selbst) und Zugang zu Transzendenz und Geistigkeit ihres Trägers, ist von daher dem Symbolkreis des Logos zuzuordnen. Da sie meist aus kostbaren, glänzenden Materialien hergestellt ist, stellt sie den Nimbus oder Heiligenschein dar, der die besondere Person umgibt und repräsentiert deren Würde, Macht und Ehre.

Literatur: Standard

Autor: Kuptz-Klimpel, Annette

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