Trinken

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Keyword: Trinken

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Definition: Durch Trinken (mhd. trinken, ahd. trinkan, eigentlich „einen Zug tun“) wird Flüssigkeit durch den Mund aufgenommen, damit der Flüssigkeitsspiegel des Körpers reguliert. Durst als das Bedürfnis zu trinken weist demnach auf einen Mangelzustand hin, der durch das Trinken wieder ausgeglichen wird.

Information:


Ein Trinker ist jemand, der gewohnheitsmäßig alkoholische Getränke in zu großer Menge zu sich nimmt und alkoholabhängig ist. Jeder Kulturraum hat seine eigene Trinkkultur mit eigener ritualisierter Zubereitung, Darbietung und Genuss von bestimmten Getränken, in Verbindung mit bestimmtem Geschirr und Besteck und in angemessen ausgestatteten Räumlichkeiten.

Die Trinkkultur dient, je nach Ausprägung, der Genussoptimierung, der sozialen Verstärkung und dem religiösen Erleben. Um den Genuss zu optimieren, kommen bei der Herstellung der Getränke besondere Sorgfalt und Know-how zur Anwendung. Eine wichtige Rolle spielen das Zubereiten und Servieren beim Cocktailmixen, beim Tee- und Kaffeekochen, auch die Degustation von Weinen nimmt eine besondere Stellung ein. Die Getränke werden in einem eigens für sie erschaffenen Trinkgefäß dargeboten. Sozial verstärkenden Charakter hat die Trinkkultur, indem sie in den Dienst der Pflege der Sozialbeziehungen der gemeinsam Trinkenden gestellt wird. Eine Form ist das Zuprosten und gleichzeitige Trinken in der Gruppe auf das gegenseitige Wohl.

Interpretation: In den meisten Religionen ist die Einnahme von Getränken mit bestimmten Ritualen verbunden, siehe z. B. Abendmahl. Eine "göttliche" Flüssigkeit zu trinken, wie z. B. Wein, Soma, Nektar, Wasser, Milch usw., bedeutet eine Veränderung des Bewusstseins in Richtung Spiritualität und die Vereinigung mit dem höheren "göttlichen" Leben, der Energie und Kraft. Die "Trunksucht" kann unter dieser Perspektive verstanden werden als Ausdruck einer ungestillten Sehnsucht nach dem Spirituellen ("Spiritus contra Spiritum" lautet die Formel, die C. G. Jung dafür prägte).

Eine besondere Bedeutung hat die japanische Teezeremonie (auch Teeweg) Sado, die nicht primär ein geselliges Zusammensein beabsichtigt, sondern Ausdruck einer besonders achtsamen, ganz auf den gegenwärtigen Augenblick eingestellten meditativen Einstellung ist.

In seiner mehr profanen symbolischen Bedeutung hängt das Trinken oft mit (psychoanalytisch so bezeichneten) "oralen" Bedürfnissen des Sich-Ein-Verleibens, des Aufnehmens von Entbehrtem, des Auffüllens von Defiziten (Anerkennung, Liebe, Nähe, Zugehörigkeit, Regression, Entspannung, Symbiose, Verschmelzung etc.). Das Trinken kann so Ersatzcharakter für die vermissten frühlindlichen und zwischenmenschlichen Erfahrungen bekommen.

Literatur: Standard

Autor: N. N.