Trinken: Unterschied zwischen den Versionen

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Ein Trinker ist jemand, der gewohnheitsmäßig alkoholische Getränke in zu großer Menge zu sich nimmt und alkoholabhängig ist.  
 
Ein Trinker ist jemand, der gewohnheitsmäßig alkoholische Getränke in zu großer Menge zu sich nimmt und alkoholabhängig ist.  
  
'''Interpretation:''' In den meisten Religionen ist die Einnahme von Getränken mit bestimmten Ritualen verbunden, vgl. z.B. das christliche Abendmahl. Eine "göttliche" Flüssigkeit zu trinken, wie z. B. Wein, Soma, Nektar, Wasser, Milch usw., bedeutet eine Veränderung des Bewusstseins in Richtung Spiritualität und die Vereinigung mit dem höheren "göttlichen" Leben, der Energie und Kraft. Alkoholismus bzw. die "Trunksucht" kann unter dieser Perspektive verstanden werden als Ausdruck einer ungestillten Sehnsucht nach dem Spirituellen. Spiritus contra Spiritum" lautet die Formel, die C. G. Jung dafür prägte. Diese Sicht führte zur Gründung der Anonymen Alkoholiker durch einen ehemaligen alkoholkranken Patienten Jungs, der auch nach der Therapie bei Jung seinen Alkoholismus nicht aufgeben konnte. Der brieflich geäußerte Hinweis Jungs gegenüber dem Patienten auf die spirituellen Aspekte seiner Sucht setzte die Initialzündung für die Entwicklung des 12-Schritte-Programms der Anonymen Alkoholiker-
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'''Interpretation:''' In den meisten Religionen ist die Einnahme von Getränken mit bestimmten Ritualen verbunden, vgl. z.B. das christliche Abendmahl. Eine "göttliche" Flüssigkeit zu trinken, wie z. B. Wein, Soma, Nektar, Wasser, Milch usw., bedeutet eine Veränderung des Bewusstseins in Richtung Spiritualität und die Vereinigung mit dem höheren "göttlichen" Leben, der Energie und Kraft. Alkoholismus bzw. die "Trunksucht" kann unter dieser Perspektive verstanden werden als Ausdruck einer ungestillten Sehnsucht nach dem Spirituellen. Spiritus contra Spiritum" lautet die Formel, die C. G. Jung dafür prägte. Diese Sicht führte zur Gründung der Anonymen Alkoholiker durch einen ehemaligen alkoholkranken Patienten Jungs, der auch nach der Therapie bei Jung seinen Alkoholismus nicht aufgeben konnte. Der brieflich geäußerte Hinweis Jungs gegenüber dem Patienten auf die spirituellen Aspekte seiner Sucht setzte die Initialzündung für die Entwicklung des 12-Schritte-Programms der Anonymen Alkoholiker.
  
 
In seiner mehr profanen symbolischen Bedeutung hängt das Trinken oft mit (psychoanalytisch so bezeichneten) "oralen" Bedürfnissen des Sich-Ein-Verleibens, des Aufnehmens von Entbehrtem, des Auffüllens von Defiziten (Anerkennung, Liebe, Nähe, Zugehörigkeit, Regression, Entspannung, Symbiose, Verschmelzung etc.). Das Trinken kann so Ersatzcharakter für die vermissten frühlindlichen und zwischenmenschlichen Erfahrungen bekommen. Ein Trinker, so kann man sagen, hängt an der Flasche, damit an der (mit vergifteter Hexenmilch) stillenden Mutterbrust. D.h., dass er sich nicht aus der Sphäre der Großen Mutter lösen kann, die dadurch für sein individuelles Leben zur Todesmutter wird.
 
In seiner mehr profanen symbolischen Bedeutung hängt das Trinken oft mit (psychoanalytisch so bezeichneten) "oralen" Bedürfnissen des Sich-Ein-Verleibens, des Aufnehmens von Entbehrtem, des Auffüllens von Defiziten (Anerkennung, Liebe, Nähe, Zugehörigkeit, Regression, Entspannung, Symbiose, Verschmelzung etc.). Das Trinken kann so Ersatzcharakter für die vermissten frühlindlichen und zwischenmenschlichen Erfahrungen bekommen. Ein Trinker, so kann man sagen, hängt an der Flasche, damit an der (mit vergifteter Hexenmilch) stillenden Mutterbrust. D.h., dass er sich nicht aus der Sphäre der Großen Mutter lösen kann, die dadurch für sein individuelles Leben zur Todesmutter wird.

Version vom 6. Juni 2012, 17:10 Uhr

Keyword: Trinken

Links: Alkohol, Bier, Eros-Prinzip, Essen, Kaffee, Nahrung, Oralität, Rausch, Sehnsucht, Sucht, Tee, Wasser, Wein

Definition: Durch Trinken (mhd. trinken, ahd. trinkan, eigentlich „einen Zug tun“) wird Flüssigkeit durch den Mund aufgenommen, damit der Flüssigkeitsspiegel des Körpers reguliert.

Information: Durst als das Bedürfnis zu trinken weist demnach auf einen Mangelzustand hin, der durch das Trinken wieder ausgeglichen wird. Übermäßiger Durst kann Hinweis auf eine Erkrankung, z. B. Diabetis sein.

Basales Getränk ist Wasser, gängige Genuss-Getränke sind Kaffee und Tee, Milch und Milchgetränke sowie leichtere alkoholische Getränke wie Wein und Bier. Um den Genuss zu optimieren, kommen bei der Herstellung vieler Getränke besondere Sorgfalt und Know-how zur Anwendung. Eine wichtige Rolle spielen das Zubereiten und Servieren beim Cocktailmixen, beim Tee- und Kaffeekochen, auch die Degustation von Weinen nimmt eine besondere Stellung ein. Die Getränke werden in einem eigens für sie erschaffenen Trinkgefäßen dargeboten.

Unterschiedliche Trinkkulturen dienen, je nach Ausprägung, der Genussoptimierung, der Verstärkung und Erhaltung der sozialen Gemeinschaft und dem religiösen Erleben. Sozial verstärkenden Charakter hat die Trinkkultur, indem sie in den Dienst der Pflege der Sozialbeziehungen der gemeinsam Trinkenden gestellt wird. Eine Form ist das Zuprosten und gleichzeitige Trinken in der Gruppe auf das gegenseitige Wohl. Auf diese Weise kann auch ein Druck entstehen, beispielsweise Alkohol konsumieren zu müssen.

Ein Trinker ist jemand, der gewohnheitsmäßig alkoholische Getränke in zu großer Menge zu sich nimmt und alkoholabhängig ist.

Interpretation: In den meisten Religionen ist die Einnahme von Getränken mit bestimmten Ritualen verbunden, vgl. z.B. das christliche Abendmahl. Eine "göttliche" Flüssigkeit zu trinken, wie z. B. Wein, Soma, Nektar, Wasser, Milch usw., bedeutet eine Veränderung des Bewusstseins in Richtung Spiritualität und die Vereinigung mit dem höheren "göttlichen" Leben, der Energie und Kraft. Alkoholismus bzw. die "Trunksucht" kann unter dieser Perspektive verstanden werden als Ausdruck einer ungestillten Sehnsucht nach dem Spirituellen. Spiritus contra Spiritum" lautet die Formel, die C. G. Jung dafür prägte. Diese Sicht führte zur Gründung der Anonymen Alkoholiker durch einen ehemaligen alkoholkranken Patienten Jungs, der auch nach der Therapie bei Jung seinen Alkoholismus nicht aufgeben konnte. Der brieflich geäußerte Hinweis Jungs gegenüber dem Patienten auf die spirituellen Aspekte seiner Sucht setzte die Initialzündung für die Entwicklung des 12-Schritte-Programms der Anonymen Alkoholiker.

In seiner mehr profanen symbolischen Bedeutung hängt das Trinken oft mit (psychoanalytisch so bezeichneten) "oralen" Bedürfnissen des Sich-Ein-Verleibens, des Aufnehmens von Entbehrtem, des Auffüllens von Defiziten (Anerkennung, Liebe, Nähe, Zugehörigkeit, Regression, Entspannung, Symbiose, Verschmelzung etc.). Das Trinken kann so Ersatzcharakter für die vermissten frühlindlichen und zwischenmenschlichen Erfahrungen bekommen. Ein Trinker, so kann man sagen, hängt an der Flasche, damit an der (mit vergifteter Hexenmilch) stillenden Mutterbrust. D.h., dass er sich nicht aus der Sphäre der Großen Mutter lösen kann, die dadurch für sein individuelles Leben zur Todesmutter wird.

Eine besondere Bedeutung innerhalb der Trinkkulturen hat die japanische Teezeremonie (auch Teeweg) Sado, die nicht primär ein geselliges Zusammensein beabsichtigt, sondern Ausdruck einer besonders achtsamen, ganz auf den gegenwärtigen Augenblick eingestellten meditativen Einstellung ist.

Literatur: Standard

Autor: Müller, Anette