Terrorist

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Keyword: Terrorist

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Definition: Terror heißt aus dem Lateinischen übersetzt: Schreckens- oder Gewaltherrschaft. Ein Terrorist ist demzufolge eine Person, die eine Schreckens- oder Gewaltherrschaft ausübt.

Information: Die Ausführung des Begriffes in dieser Bedeutung geht vermutlich auf die Person Robespierres zurück, der während der Französischen Revolution im Jahre 1793 la terreur (den Terror) als Herrschaftsprinzip proklamierte. Mit der Hinrichtung Robespierres am 28. Juli 1794 endete die durch ihn proklamierte Schreckensherrschaft und damit auch die Charakterisierung des Begriffs Terror als „positiv zu verstehende“ Staatsdoktrin. Terror bzw. Terrorismus erhielten als politische Begriffe vor dem Hintergrund der historischen Erfahrung der Grausamkeiten des Jakobinerregimes eine deutlich negative Kennzeichnung.

Beim Terrorismus handelt es sich um eine politische Strategie von Gruppen, die nicht an der Macht sind und den Umsturz der bestehenden politischen Ordnung durch Einsatz von Gewalt anstreben, indem sie Angst und Schrecken verbreiten.

„Der Terrorist kennt kein Rechtssystem im Sinne der modernen Auffassung, sondern nur von ihm selbst oder seinen Führern für absolut gesetzte Werte, die sich über alle anderen Gesetze hinwegsetzen und ihn ebenso total legitimieren, wie sie Feinde ihrer Menschenrechte berauben. Der Terrorist ist das in die Welt entlassene, in ihr agierende, in ihr explodierende Größenselbst“ (Schmidbauer, 2003, S. 42).

Interpretation: Schmidbauer bringt den Terrorismus in Verbindung mit der narzisstischen Störung: „Im Terrorismus scheinen sich die Sehnsucht nach einem früheren Zustand und der Kampf gegen einen übermächtigen Feind, der einer Erfüllung dieser Sehnsucht im Weg steht, zu verbinden“ (S. 225).

Im Modell der gestützten Grandiosität ist die Explosionsgefahr am höchsten, wenn zentrale, unverzichtbare Stützen vom Zusammenbruch bedroht erscheinen. Die Explosion ist dann ein Versuch, der drohenden, passiven Vernichtung der Grandiosität durch eine ultimative, aktive Steigerung zuvorzukommen (a. a. O. S. 258).

Selbstmordterroristen sind bereit, in diesem Kampf auch ihr eigenes Leben zu opfern, was sie so besonders gefährlich macht. Aber auch schon früher war als das letzte Mittel im Kampf von Terroristen der Hungerstreik bekannt, so starb z. B. der RAF-Terrorist Holger Meins im Gefängnis im Hungerstreik. Das wirksamste Gegenmittel der narzisstischen Explosion sind nicht Disziplin, Kontrolle oder hohe moralische Ideale, sondern der bestätigende Austausch mit der Umwelt und das Gefühl eigener, kreativer Möglichkeiten, sich und seine Liebesbeziehungen zu entwickeln.

Dass diese „narzisstische Explosion“ auch im Symptom der Magersucht ausgedrückt werden kann, zeigt die Imagination einer seit längerer Zeit symptomfreien Patientin in einer Phase der Therapie, als es darum ging, sich wirklich von der Erkrankung zu „verabschieden“, die sie als überlebensnotwendige Begleiterin empfand, weil sie ihr all das ersetzte, was andere an Liebe und Anerkennung bekamen und so ihr Selbstwertgefühl stabilisierte: Sie sitzt mit einem Selbstmordterroristen im Rücken als dessen Geisel in einer Tonne. Jede Bewegung von ihr würde dazu führen, dass der Terrorist seine Granate zündet und beide in die Luft fliegen. Mithilfe dieser Imagination wurde für die Patientin selbst erstmals die autodestruktive Seite der Magersucht, die sie noch fest im Griff hatte, spürbar.

Literatur: Standard

Autor: Junghan, Marianne