Messer

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Keyword: Messer

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Definition: Ein Messer ist ein meist aus Metall gefertigtes Gerät, das aus einer Klinge, die mit einer scharfen Schneide versehen ist und einem Haltegriff besteht.

Information: Das Messer gehört als Werkzeug und Waffe zu den ersten und ältesten Gerätschaften der Menschheit. Das Messer markiert die Stufe, durch die sich der Urzeitmensch vom Affen, durch seine Fähigkeit, ein Gerät zu nutzen und für den besseren Gebrauch zu gestalten, abhebt.

Behauene Steine oder Knochen, die zum Schaben, Schneiden oder als Waffe verwendet wurden, gab es schon in der Steinzeit. Aus zugespitzten Steinen (Faustkeil) wurden Schneidwerkzeuge entwickelt und bald mit Klinge und Schaft versehen, Merkmale, die beim Messer bis heute erhalten blieben.. In der Bronzezeit finden sich sehr kunstvoll gestaltete und verzierte Messer, die für den Träger auch ein wichtiges Statussymbol darstellten. Mit der Verwendung von Eisen und der damit verbundenen Kunst des Schmiedens fand das Messer im Lauf der menschlichen Geschichte eine zunehmende Differenzierung und zeigt sehr viel von der jeweiligen Stufe der Kulturentwicklung.: Vom Tafelmesser, Brotmesser, Obstmesser, bis zum Taschenmesser, Stichmesser, Jagdmesser, usw. reicht die Palette.

Früher gehörte das Messer zur Grundausstattung eines Mannes und seine Kostbarkeit verwies auf seinen Stand und seine Macht. Auch heute noch tragen viele Männer (und auch Frauen) ein Taschenmesser mit sich. Wenn ein Kind das erste Taschenmesser geschenkt bekommt, ist es stolz: Denn das heißt, dass die Eltern ihm zutrauen, mit einem solchen gefährlichen Instrument verantwortungsbewusst umzugehen.

Interpretation: Im Aberglauben kommt dem Messer eine große Bedeutung zu, wenn es um Schutz vor zauberischen Mächten, Grenzziehung gegen diese und Bannung von Teufel, Hexe, Werwolf oder auch um das Heben eines Schatzes geht.

In religiösen und kultischen Opferhandlungen und bei der Rache spielte das Messer eine große Rolle. Fesseln werden mit dem Messer durchschnitten. In Filmen sind die Helden oft mit einem Messer ausgestattet. In "Die Dreigroschenoper" von B. Brecht heißt der äußerst aggressive, gefährliche Held "Mackie Messer".

Im Symbol des Messers ist die Polarität sehr eindrücklich: Es kann hilfreich sein, aber auch zerstörerisch und todbringend, je nachdem, wer es in der Hand hält und wozu es verwendet wird. Wie oft lesen wir in der Zeitung, dass ein Küchenmesser im Affekt zur tödlichen Waffe wurde. Neuerdings sind Messer in Flugzeugen verboten.

Das Messer gehört zum Bereich des männlich-aktiven Prinzips, der Aggression in der positiven u. negativen Wirkung, hat mit Aktivität, Stärke, Trennung, Teilung, Entscheidung, Grenzziehung, Befreiung zu tun. Die Schärfe und die Spitze ist beim Messer wichtig, ersteres spricht eher Trennung und Teilung an, letzteres mehr Angriff und Verteidiung.

Die Schneide des Messers trennt diesseits und jenseits, so wie ein Berggrat zwei Täler trennt. Viele Redewendungen verweisen auf diese symbolischen Bedeutungen: "Mir geht das Messer in der Tasche auf" "Ein Messerheld", "ein Kampf bis aufs Messer" oder Romantitel wie "Auf Messers Schneide" (S. Maugham)

In Träumen und Fantasien taucht das Messer oft auf, wenn es um eine stärkere Entwicklung der aggressiven Seite, um Ablösung aus dem symbiotischen Verbundensein mit dem Mütterlichen (die Durchtrennung der Nabelschnur sozusagen), die Entwicklung der aktiven, männlichen Anteile, Ich-Stärkung und klarere Trennung zwischen Bewusstsein, Ich und Unbewusstem geht.

So träumte ein für ihr Alter noch viel zu sehr mit der Mutter verknüpftes Mädchen, das ohne die Mutter sehr unter Ängsten litt und unselbstständig war, vom goldenen Messer, das unter einem Tuch verborgen lag. Als sie es der Mutter zeigen wollte und die Mutter das Tuch wegzog, lagen statt des Messers Süßigkeiten darunter: Hinweis darauf, dass in der Beziehung zur Mutter die aggressive, grenzziehende Seite ausgeklammert wurde. Das Gold des Messers lässt vermuten, dass die Entfaltung der männlichen Seite eine Kostbarkeit für das Kind bedeutet, die es für seine Weiterentwicklung zu erringen gilt.

Ein anderes sehr braves Mädchen malte sich mit dem Messer in der einen Hand und einer Glühbirne in der anderen: "Das ist die andere M. Die hat ein Messer in der Hand". Bei ihr ging es um die "Beleuchtung", die Bewusstmachung und Integration der aktiven, zupackenden, wehrhaften Seite, die im Schatten lag.

Letztendlich geht es immer darum, aus der Funktion des Messers im Traum seine Bedeutung für den Träumer zu erschließen.

Literatur: Standard

Autor: Steigenberger, Maretta