Mantra

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Keyword: Mantra

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Definition: Mantra (m), von Sanskrit mantr, sprechen, heiliger Spruch; ferner unter anderer Ableitung: Bezeichnung für etwas, was befreit und schützt, wenn man es richtig meditiert; eine Lautkombination bzw. eine Kurzformel, der eine besondere magische Wirksamkeit zugesprochen wird, die man ähnlich wie einen Gottesnamen u. U. geheim hält, um deren Missbrauch willen man das Mantra schützen muß.

Information: Derartige Mantren dienen der häufig wiederholten Rezitation bzw. der Meditation. Dies gilt nicht allein für die im Osten meistgebräuchliche Silbe Om (in: Om manipadme hum), wobei jeweils auf die rechte Intonation besondere Aufmerksamkeit zu legen ist. Entscheidend ist ferner die geistige Verfassung, in der dies geschieht, bedenkt man, dass der Sinngehalt eines Mantra, sofern eine bestimmte Wortbedeutung vorliegt, von sekundärer Bedeutung ist. So wird z. B. von Zen-Mönchen täglich das kleine Herz-Sutra zitiert, das mit eindrücklichen Worten endet."Und obgleich es einen mehr oder weniger verständlichen Wortsinn hat [...] , wird es wie andere Mantren ohne Bezug auf seinen Sinn gebraucht, da es eigentlich eine Anrufung [...] der transzendentalen Weisheit ist" (Blofeld, 1978, S. 133). Bisweilen wird ein Mantra im Zusammenhang mit einer Initiation erteilt.

Die östliche Mantra-Praxis erinnert an christliche Übungsweisen, etwa an das Herzensgebet oder an die Empfehlung in der in der englischen Mystik beheimateten Schrift "Wolke des Nichtwissens" (cloud of unknowing), möglichst ein einsilbiges, spirituell gehaltvolles Wort (god; love) zu meditieren, d. h. es auf sich wirken zu lassen. In der frühchristlichen Gnosis benützte man bestimmte Passworte, mit deren Hilfe man in die göttlich-geistige Welt aufzusteigen und dabei die entsprechenden, von "Wächter-Instanzen" kontrollierten oberen Sphären zu passieren hoffte.

Der Jesus-Name, Inbegriff des Heils und der Erlösung von Mensch und Welt, wurde und wird wie ein Mantra benützt. Analogien zu den östlichen Mantren finden sich u. a. auch in den Ritualen und internen Texten von initiatischen Gesellschaften, so z. B. in den Grundschriften der Rosenkreuzer, etwa: "Jesus mihi omnia - Jesus ist mir alles".

Im psychologischen Kontext können Mantras, ähnlich wie sogenannte Affirmationen, dazu genutzt werden, um bestimmte Einstellungen, Werte, Überzeugungen autosuggestiv in sich zu verankern und zu vertiefen.

Eine mantraähnliche Funktion haben im wirtschaftlichen und politischen Bereich ganz bestimmte kurze Slogans, die eine bestimmte Orientierung vermitteln wollen, beispielsweise das während seines Wahlkampfes immer wieder verwendete Parole "Yes we can!" des amerikanischen Präsidenten Barack Obama.

Interpretation: -

Literatur: Standard

Autor: Wehr, Gerhard