Hals

Aus Symbolonline
Wechseln zu: Navigation, Suche

Keyword: Hals

Links: Atem, Essen, Sprache, Trinken

Definition: Der Hals (mhd, ahd. hals, eigentlich Dreher) ist nach seiner Funktion als bewegendes Glied ("Dreher") des Kopfes benannt. Er verbindet bei Menschen und Tieren den Rumpf mit dem Kopf und ermöglicht die gegenüber dem Körper eigenständige Bewegung des Kopfes.

Information: Durch den Hals verlaufen existenzielle Versorgungssysteme wie Speiseröhre, Luftröhre sowie Nerven- und Blutbahnen. Der Hals ist einer der wesentlichsten Körperteile und die schmalste Stelle des menschlichen Körpers und sehr sensibel. Wirbeltiere lassen sich durch Gewaltanwendung an dieser Stelle leicht töten (ersticken, den Hals umdrehen, jemanden enthaupten). Beim Menschen besteht die Halswirbelsäule aus sieben Halswirbeln, von denen die beiden oberen zu einem speziellen Kopfdrehgelenk (Halsgelenk, Nackengelenk) umgebildet sind. Zum Hals gehören Nacken, Schlund und Speiseröhre, Luftröhre, Kehlkopf und Zungenbein sowie Schilddrüse und Nebenschilddrüsen. Die Halsmuskulatur ummantelt den Eingeweidestrang und erlaubt Kopfbewegungen. In der Medizin werden Teile verschiedener Organe auch als Collum bzw. Cervix bezeichnet, vgl. Gebärmutterhals.

Interpretation: Der Hals als existentielles Organ ist besonders zu schützen, wird von uns auch besonders geschmückt. Halsketten und -bänder und verschiedenste Kragenformen werden als Schmuck eingesetzt, können etwas über soziale Stellung, Verantwortung Macht ausdrücken. Wir können eine Sklavenkette ebenso wie eine Amtskette um den Hals tragen. Isis trug eine prächtige Halskette, die auch auf ihren Sohn Horus verwies. Kali, ambivalente Große Göttin im Hinduismus trug eine Totenkopfhalskette. Halsketten werden als Amulette gebraucht, Christen tragen eine Halskette mit einem Kreuz etc.

Die bildlichen Redewendungen zum Hals können meist ohne weiteres verstanden werden, und sie weisen häufig auf den Hals als sehr empfindliches Körperteil: Der Wunsch "Hals- und Beinbruch" ist eine abergläubische Formel und ein Abwehrzauber, mit der man ein Missgeschick abwenden will. Wenn es um Kopf und Kragen geht, steht das Leben auf dem Spiel, im übertragenen Sinn kann man jemanden den Hals abschneiden (Halsabschneider), indem man ihn wirtschaftlich ruiniert. Man kann einen dicken Hals haben (wütend sein), wobei an die anschwellenden Adern am Hals gedacht werden kann. Dabei kann einem vor Wut sogar der Kragen platzen. Wenn wir "Hals über Kopf" (z. B. davonlaufen oder auch sich verlieben), geschieht etwas überstürzt, sehr eilig, spontan, ohne nachzudenken. Der Ausspruch etwas hängt einem zum Hals heraus (man ist der Sache überdrüssig), leitet sich von der Tatsache ab, dass Tieren, die sich überfressen haben, das letzte Stück zum Hals heraushängen kann. Der Hals als Lastenträger ist nicht sehr belastbar, vor allem nicht, wenn wir "jemanden auf dem Hals haben". Besser ist es, "sich etwas vom Hals halten", wollen wir jemanden belasten, dann können wir ihm z. B. die Polizei auf den Hals hetzen. Ein unersättlicher Mensch kriegt den Hals nie voll genug, wenn das Wasser bis zum Hals reicht, steckt man in großen Schwierigkeiten. Mit Halsstarrigkeit ist im übertragenen Sinn Unbeweglichkeit bzw. Sturheit gemeint und jemand der etwas gefährlich lebt oder sehr spontan handelt, riskiert Kopf und Kragen.

Heiserkeit(der Frosch im Hals), Halsschmerzen und Erstickungsgefühle weisen manchmal auf einen tatsächlich bestehenden Krankheitszustand hin, häufig auch auf psychische Reaktionen. So kann einem etwas den Hals zuschnüren oder einen Kloß im Hals verursachen, etwas kann einem im Hals stecken bleiben. Panikattacken sind häufig mit solchen Empfindungen verbunden. Das Herz kann einem ebenso vor Angst wie auch vor Freude oder Vorfreude bis zum Hals schlagen.

Taucht der Hals im Traum auf, so kann das auf all diese unterschiedlichen psychischen Zustände hinweisen.

es kann einem der Kragen platzen,

Literatur: Standard

Autor: N. N.