Hals

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Definition: Der Hals (mhd, ahd. hals, eigentlich Dreher) ist nach seiner Funktion als bewegendes Glied ("Dreher") des Kopfes benannt. Er verbindet bei Menschen und Tieren den Rumpf mit dem Kopf und ermöglicht die gegenüber dem Körper eigenständige Bewegung des Kopfes.

Information: Durch den Hals verlaufen existenzielle Versorgungssysteme wie Speiseröhre, Luftröhre sowie Nerven- und Blutbahnen. Der Hals ist einer der wesentlichsten Körperteile und die schmalste Stelle des menschlichen Körpers. Wirbeltiere lassen sich durch Gewaltanwendung an dieser Stelle leicht töten (den Hals umdrehen). Beim Menschen besteht die Halswirbelsäule aus sieben Halswirbeln, von denen die beiden oberen zu einem speziellen Kopfdrehgelenk (Halsgelenk, Nackengelenk) umgebildet sind. Zum Hals gehören Nacken, Schlund und Speiseröhre, Luftröhre, Kehlkopf und Zungenbein sowie Schilddrüse und Nebenschilddrüsen. Die Halsmuskulatur ummantelt den Eingeweidestrang und erlaubt Kopfbewegungen. In der Medizin werden Teile verschiedener Organe auch als Collum bzw. Cervix bezeichnet, vgl. Gebärmutterhals.

Interpretation: Mit Halsstarrigkeit ist im übertragenen Sinn Unbeweglichkeit bzw. Sturheit gemeint. Die bildlichen Redewendungen um Hals und Kragen können meist ohne weiteres verstanden werden. Wenn es um Kopf und Kragen geht, steht das Leben auf dem Spiel, im übertragenen Sinn kann man jemanden den Hals

abschneiden (Halsabschneider), indem man ihn wirtschaftlich ruiniert. Man kann einen so dicken Hals haben (wütend sein), dass einem der Kragen platzt, wobei an die anschwellenden Adern am Hals gedacht werden kann, die das Gefühl erzeugen, dass der Kragen zu eng wird. Die Redewendung Hals über Kopf (z. B. davoneilen, sich verlieben), d. h. etwas überstürzt, sehr eilig ohne vorherige Planung zu tun, hieß ursprünglich über Hals und über Kopf, im Sinne des sich Überschlagens. Der Ausspruch etwas hängt einem zum Hals heraus (man ist der Sache überdrüssig) leitet sich von der Tatsache ab, dass Tieren, die sich überfressen haben, das letzte Stück zum Hals heraushängen kann. Häufig ist der Hals Träger der Last, wie bei "jemanden auf dem Hals haben" (mit ihm belastet sein), "sich etwas vom Hals halten" (sich vor einer Last verschonen) oder jemanden auf den Hals hetzen. Bei heftigem Gefühl von Zuneigung und Freude kann man jemandem um den Hals fallen, und aus vollem Hals (sehr laut) lachen. Ein unersättlicher Mensch kriegt den Hals nie voll genug, wenn das Wasser bis zum Hals reicht, steckt man in großen Schwierigkeiten, bei Heiserkeit hat man einen Frosch im Hals. Der Wunsch: Hals- und Beinbruch ist eine abergläubische Formel, mit der man ein Missgeschick abwenden will.

Halsschmerzen und Erstickungsgefühle weisen manchmal auf einen tatsächlich bestehenden Krankheitszustand hin. Allgemein gilt der Hals als besonders empfindlicher Körperteil. Wer das nicht beachtet, ist oft zu leichtsinnig, zu halsstarrig, hartnäckig. Er riskiert Kopf und Kragen. Das Traumbild warnt meist vor Gefährdungen, Eigensinn und Unüberlegtheit.

Literatur: Standard

Autor: N. N.