Backen: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Definition:''' Backen (mhd. backen, ahd. backan, urspr. = wärmen, rösten) bedeutet, aus verschiedenen Zutaten einen Teig zu bereiten, diesen durch Einwirkung der dem jeweiligen Produkt entsprechenden Hitze im Backofen gar und genießbar machen.
 
'''Definition:''' Backen (mhd. backen, ahd. backan, urspr. = wärmen, rösten) bedeutet, aus verschiedenen Zutaten einen Teig zu bereiten, diesen durch Einwirkung der dem jeweiligen Produkt entsprechenden Hitze im Backofen gar und genießbar machen.

Version vom 24. November 2011, 12:53 Uhr

Keyword: Backen

Links: Ähre, Alchemie, Backwerk, Brot, Feuer, Mehl, Mühle, Ofen, Wandlung

Definition: Backen (mhd. backen, ahd. backan, urspr. = wärmen, rösten) bedeutet, aus verschiedenen Zutaten einen Teig zu bereiten, diesen durch Einwirkung der dem jeweiligen Produkt entsprechenden Hitze im Backofen gar und genießbar machen.

Information: Keine

Interpretation: Backen ist, wie auch das Mahlen des Mehls, ein weibliches Urmysterium und Wandlungsgeschehen. Es ist traditionell "Kunst und Aufgabe" der Frauen und ihrer Geschicklichkeit und Handarbeit gewesen, aus den Stoffen der Ur-Natur ihre sowohl körperlich wie emotional und geistig wohltuende, nährende und kräftigende Substanz zu gewinnen.

Aus dem im Dunkel der Erde gestorbenen und neu keimenden Samenkorn reift mit Hilfe der Nährstoffe von Erde und Wasser und der Winde und der Sonne das Getreide. Über lange Jahrtausende sind die Körner mühsam mit dem Mahlstein von knieenden Frauen zermahlen worden. Mit Wasser und genügend Wärme im Backtrog stehen gelassen, geschieht eine magische Verwandlung: der Gärprozess, der den angerührten Teig gleichsam zum Leben erweckt.

Mit Mehl und anderen Zutaten wie Samen und Kräutern wird dieser dann gewalkt und geknetet, eine rhythmische und rundende Bewegung. Nach erneutem Warten und Gären setzt eine erneute Wandlung ein: der zugedeckte Teig verdoppelt sein Volumen im Backtrog auf geheimnisvolle Weise, darf dabei nicht beobachtet werden, weil er vor Zugluft geschützt werden muss. Kunstvoll wird er dann mit den Händen geformt, wieder unter schützenden und wärmenden Tüchern in der Wärme verborgen. Im eigenen Ofen oder dem gemeinschaftlichen Backhaus erfährt der feuchte, zäh-klebrige Brei zuletzt eine nochmalige erstaunliche Wandlung und wird zum goldbraunen, köstlichen duftenden Brotlaib, der schließlich von der Hand der Mutter geschnitten und am Familientisch oder als stärkende Mahlzeit fern von daheim, z. B. in der Schul- und Arbeitspause, verzehrt wird.

In seiner symbolischen Bedeutung steht der Backvorgang (wie auch das Kochen) also dem alchemistischen (Alchemie) Prozess mit seinen verschiedenen Phasen und vielfältigen symbolischen Zusammenhängen sehr nahe (Siehe: dort). Nach einer guten Vorbereitung des Ausgangsmaterials (prima materia) durchläuft dieses unter Einwirkung von feuriger Energie und sorgfältiger Berücksichtigung von rechter Zeit und rechter Temperatur einen Wandlungsprozess, bis es seinen optimalen Zustand erreicht hat.

Literatur: Standard

Autor: Müller, Anette