Amerika: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Symbolonline
Wechseln zu: Navigation, Suche
(Die Seite wurde neu angelegt: „'''Keyword:''' Amerika '''Links:''' Cowboy Held Indianer '''Definition:''' Amerika ist der Name des aus den Erdteilen Nord- u. Südamerika bestehend…“)
(kein Unterschied)

Version vom 4. November 2011, 13:20 Uhr

Keyword: Amerika

Links: Cowboy Held Indianer

Definition: Amerika ist der Name des aus den Erdteilen Nord- u. Südamerika bestehenden Doppelkontinents, steht aber im Sprachgebrauch häufig für die USA (Vereinigten Staaten von Amerika). Amerika wird häufig als die »Neue Welt« der »Alten Welt« gegenübergestellt.

Information: Seit der Entdeckung durch Kolumbus gilt Amerika als Neue Welt, als Land der Freiheit (Freiheitsstatue) und der unbegrenzten Möglichkeiten. Die sog. präkolumbianische Zeit und die Zerstörung der präkolumbianischen Kulturen auf dem gesamten Kontinent spielt im Bewusstsein über Amerika kaum eine Rolle. Amerika gilt häufig als geschichts-, traditions-, kulturlos und als Schmelztiegel der Nationen. Jeder Einwanderer kann auf seine eigene Art und Tradition leben (Chinatowns), sich von unliebsamen Einengungen der alten Heimat befreien und eine neue Identität finden.

Als Eroberer, Ausbeuter und Zerstörer kamen die Spanier und Portugiesen nach Südamerika. Als Pilger zogen die ersten europäischen Auswanderer nach Nordamerika in ein neues gelobtes Land ("godsownland"), um dort ein gottgefälliges Leben zu führen. Ausgeschlossen aus der Gemeinschaft waren die Ureinwohner.

Dieser Aspekt kann psychisch verstanden werden als Ausdruck des auf das Diesseits, die Kontrolle, die Rationalität bezogenen Ichs, das Erich Neumann (Neumann, 1949) auch das patriarchale Ich nennt. Aus seiner Perspektive wird die Verbindung zur Erde und zum Ursprünglichen gemieden, sie wird abgewertet, ja getötet. Das so gebildete Ich kann sich aktiv und heldenhaft im patriarchal-männlichen Raum der Gerechtigkeit, der Vernunft, des Kampfes für das Gute, den Fortschritt etc. bewegen. Es ist heroisch-schöpferisch, muss aber den archaisch-erdhaften und mutterbezogenen Bereich meiden und bleibt in gewisser Weise der Oberfläche verhaftet.

Aus der Fantasie der ersten Einwanderer, man habe es in der Hand, die Welt neu zu beginnen, wird in den USA "eine neue Nation geboren". Sie gründet zum einen bis heute tief in patriarchal-religiösen Werten, zum anderen auf der mehr als 200 Jahre alten Verfassung der USA mit ihrer aufklärerisch-naturrechtlichen Betonung der Freiheit des Einzelnen und des Strebens nach Glück. Die Verwurzelung im Religiösen wie die Vielzahl gleichberechtigter Religionsgemeinschaften – das besondere der amerikanischen Religiosität – trägt bis heute dazu bei, die individuelle Freiheit zu schützen und zugleich den durch kontinuierliche Einwanderung und Liberalismus entstehenden Pluralismus zu mildern.

Puritanische Verwurzelung im Alltag, der Arbeit des Erfolgs im Diesseits sowie das "Streben nach Glück" ermöglichte die rasch anwachsende wirtschaftliche Leistung und den Kapitalismus, die Besiedlung des Westens und das Ideal des "Selfmademan".

Interpretation: Der Mythos "Amerika" ist voller Widersprüche: Freiheit, Pioniergeist, Abenteuerlust, grenzenloser Fortschritt, Glaube an die Technik und auch an den liberalen, staatlich nicht geregelten Kapitalismus, "der amerikanische Traum", "vom Tellerwäscher zum Millionär", Recht auf Waffenbesitz, Sklaverei, Rassismus, Armut in den Ghettos, Glanz und Schein der Reichen. Nach dem 2. Weltkrieg gefeierter Befreier, geriet Amerika später zunehmend in Kritik, wird als "Weltpolizist", imperialistische und kapitalistische Groß- bzw. Supermacht massiv angegriffen und bekämpft.

Die Filmindustrie Hollywoods trägt amerikanische Lebensform und Klischees in die ganze Welt, prägt das Bild der Welt von Amerika in seiner Vielgestaltigkeit und prägt zugleich die Kulturen der Welt nachhaltig. Kaugummi, Cola und Fastfood, Westernhelden, Cowboys, Indianer, Sheriffs, Easyrider, Action- und Sciencefictionhelden sind zu prägenden Vorbildern und Symbolgestalten geworden. Mit jeweils ganz spezifischen Facetten drücken sie etwas von dem aus, was Amerika in der Psyche verkörpern kann.

Tauchen Städte wie Chicago, Los Angeles, New Orleans, San Francisco, Orte wie der Grand Canyon, Woodstock oder die Wallstreet, Bilder von Highways in weiten Landschaften als symbolische Bilder in Fantasien und Träumen auf, können damit unterschiedlichste Bedürfnisse, Verdrängtes, positive und negative Schattenanteile ins Bewusstsein gehoben werden. Mit Kanada etwa verbinden die meisten Menschen unberührte Natur, Ruhe, Einsamkeit und Freiheit. Die unterschiedlichen Länder Mittel- und Südamerikas lösen jeweils spezifische Assoziationen und Amplifikationen aus, führen in spezifische Komplexe und archetypische Erlebensweisen des Einzelnen.

Der Mythos "Amerika" ist vor diesem Hintergrund voller Widersprüche: Freiheit, Pioniergeist, Abenteuerlust, grenzenloser Fortschritt, Glaube an die Technik und auch an den liberalen, staatlich nicht geregelten Kapitalismus, "der amerikanische Traum", "vom Tellerwäscher zum Millionär", Recht auf Waffenbesitz, Rassismus, Armut in den Ghettos, Glanz und Schein der Reichen. Nach dem 2. Weltkrieg gefeierter Befreier, geriet Amerika später zunehmend in Kritik, wird als "Weltpolizist", imperialistische und kapitalistische Groß- bzw. Supermacht massiv angegriffen und bekämpft.

Die Filmindustrie Hollywoods trägt amerikanische Lebensform und Klischees in die ganze Welt, prägt das Bild der Welt von Amerika in seiner Vielgestaltigkeit und prägt zugleich die Kulturen der Welt nachhaltig. Kaugummi, Cola und Fastfood, Westernhelden, Cowboys, Indianer, Sheriffs, Easyrider, Action- und Sciencefictionhelden sind zu prägenden Vorbildern und Symbolgestalten geworden. Mit jeweils ganz spezifischen Facetten drücken sie etwas von dem aus, was Amerika in der Psyche verkörpern kann. Tauchen Städte wie Chicago, Los Angeles, New Orleans, San Francisco, Orte wie der Grand Canyon, Woodstock oder die Wallstreet, Bilder von Highways in weiten Landschaften als symbolische Bilder auf, können damit unterschiedlichste Bedürfnisse, Verdrängtes, positive und negative Schattenanteile ins Bewusstsein gehoben werden. Mit Kanada etwa verbinden die meisten Menschen unberührte Natur, Ruhe, Einsamkeit und Freiheit. Die unterschiedlichen Länder Mittel- und Südamerikas lösen jeweils spezifische Assoziationen und Amplifikationen aus, führen in spezifische Komplexe und archetypische Erlebensweisen des Einzelnen.

Literatur: Standard

Autor: Müller, Anette