Y (Buchstabe)

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Keyword: Y - Buchstabe

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Definition: Der 25. Buchstabe des deutschen Alphabets, der in der deutschen Sprache nach Q und X der drittseltenste Buchstabe ist.

Information: Der Buchstabe Y ist einer der jüngsten Buchstaben des lateinischen und des daraus entstandenen deutschen Alphabets. Er wurde ebenso wie U, V und W vom phönizischen Waw abgeleitet. Bei den Griechen hatte Y den Lautwert eines kurzen ü. Im Deutschen kann das y als Vokal, ausgesprochen ü (Sylt) oder i (Schwyz, Bayern), verwendet werden. In das lateinische Alphabet wurde das Y erst 88 v. Chr. aufgenommen, dadurch lässt sich sein Platz am Ende des Alphabets erklären. Als ab dem 2. Jh. v. Chr. die griechische Sprache, Literatur und Philosophie bei den Römern in Mode kam, behalf man sich noch kurze Zeit mit Umschreibungen des Y durch das U, fügte jedoch bald das Y am Ende des Alphabets hinzu. Nach kurzer Zeit waren etliche griechische Fremdwörter mit einem Y in die lateinische Sprache aufgenommen, wie etwa Rhythmus oder Psyche. Durch seine späte Aufnahme in die lateinische Sprache hat das Y auch seinen ursprünglichen griechischen Namen Ypsilon behalten und kein lateinisches Kürzel erhalten, wie z. B. A für Alpha. Daher heißt es auch heute im Deutschen noch Ypsilon und auch hier findet es, mit sehr wenigen Ausnahmen, nur in Eigennamen und Fremdwörtern Anwendung. Da kein deutscher Städtenamen mit Y beginnt, wurde das Y das Autokennzeichen für die Fahrzeuge der Bundeswehr. Die zweite unbekannte Größe wird in mathematischen Formeln als y bezeichnet (y = 2x), die Ordinatenachse im Koordinatensystem heißt auch y-Achse. Y ist, aus dem Schwedischen kommend, das Zeichen für Yttrium sowie für Ytterbium, aluminiumartige Metalle, entdeckt in der Nähe der schwedischen Stadt Ytterby. Etwas bekannter ist vielleicht Yggdrasil, die Weltesche in der germanischen Mythologie.

Interpretation: In der Philosophie wurde das Y aufgrund seiner Form als gamma philosophon = philosophischer Buchstabe bezeichnet. Durch seine gezweigte Form wurde er als bildliche Darstellung der Parallelwege von Tugend und Laster auf der Straße des Lebens angesehen. In der Alchemie wurde er aufgrund seiner Form gelegentlich als die Verbindung von Einheit und Polarität oder als hermaphroditisches Symbol, das weibliches und männliches Prinzip miteinander verbindet, angesehen.

Yggdrasil, die Weltesche bzw. der erste wachsende und immergrüne Baum der germanischen Mythologie, steht für die Gesamtheit der Welt mit dem Himmel und der Unterwelt, für die Ganzheit der Schöpfung und für Weisheit. An ihrem Fuß mit drei Wurzeln wird das Weltengericht abgehalten. An einer der drei Wurzeln findet sich Mimirs Brunnen der Weisheit. Odin/Wotan ließ sich kopfüber an der Weltenesche aufhängen, um die Weisheit des Brunnens zu erlangen.

Literatur: Standard

Autor: Müller, Anette

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