Weissagung

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Keyword: Weissagung

Links: Astrologie, Magie, Tarot, Vision

Definition: Prophezeiung, Verkündung des Zukünftigen durch Personen mit „seherischen“, rational nicht erklärbaren Fähigkeiten.

Information: „Zeichen“ gewährten einst Einblick in die Zukunft. Die Weissagung erfolgte aus der Lage der Eingeweide der Opfertiere (haruspicium), aus dem Flug und Krächzen der Vögel (auspicium), dem Stand der Gestirne (astrologia, Horoskop), aus Träumen und Visionen, Inspirationen, dem Fallen der Stäbchen des Loses, der Lage von Spielkarten oder auch bloß dem Kaffeesatz. Ohne „Zeichen“ wurde nichts Wichtiges unternommen. Deren Deutung war hohen Beamten übertragen; das Orakelwesen war eine kostspielige Sache! Die alte Welt war „religiös“: Das lat. Wort religiosus stammt von relegere: sorgfältig beachten. Das Gegenteil davon ist neglegere: unachtsam sein. Religiös war, wer die „Zeichen“ sorgsam beachtete. Der moderne Positivismus lehnt Weissagung und Wahrsagekunst der Alten als Hokuspokus ab; er schüttet damit das Kind mitsamt dem Bade aus.

Interpretation: Die Tiefenpsychologie geht differenzierter vor. Sie durchschaut die Hilfsmittel der Weissagung (Astrologie, I-Ching, Tarot-Karten, Handlesen etc. ) als Aufhänger von Projektionen, an denen sensitiv Begabte ihre unbewussten Intuitionen zu erraten versuchen. Da das Ganze rational nicht fassbar ist, kann es von geschäftstüchtigen Scharlatanen leicht missbraucht werden. Doch sensitiv Begabte können durch Introspektion das Erfahrungswissen und Ahnungsvermögen ihres unbewussten Selbst anzapfen; wenn sie einen meditativen Lebenswandel pflegen und ihren Schatten kennen, wittert ihre Spürnase manches.

Literatur: Standard

Autor: Kaufmann, Rolf

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