Wandlung

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Keyword: Wandlung

Links: Individuation, Verwandlung, Höhle, Grotte

Definition: Die Bewegung und Veränderung von Zustand, Phänomenologie und/oder Charakteristik.

Information: Das Verb mhd. wandeln, ahd. wantalon ist - ähnlich wie wandern - eine Iterativbildung zu ahd. wanton „wenden”. Es bedeutet demnach eigentlich „wiederholt wenden. ”

Interpretation: Wandlung, ein fortwährender Dialog zwischen Ich und Selbst, zwischen Unbewusstem und Bewusstsein mit dem Ziel einer größeren Vollständigkeit der Person. Wandlung kann als Bewegung zwischen Regression und Progression verstanden werden. In diesem Übergangsprozess muss Altes, Überlebtes („Ich-Haftes") aufgegeben werden, damit etwas Neues entstehen kann. Hierbei handelt es sich oft um eine Schatten-Integration. Dieser ständige Wandlungsprozess des Menschen kann eher still oder auch krisenhaft verlaufen und führt zu größerer Vollständigkeit der Person, selten auch zu einer Verminderung der Person. Der auch Individuation genannte Prozess ermöglicht Erfahrungen von Transzendenz und Mysterium, Tod und Wiedergeburt werden symbolisch erlebt.

In schwierigen, weil ängstigenden Übergängen im Leben (Geburt, Pubertät, Heirat, Tod etc.) werden die Wandlungsprozesse durch Ritualisierungen vorbereitet und begleitet, um die Gefahren des Überganges zu bannen. In Initiationsriten, religiösen Riten und in der Alchemie spiegeln sich ritualisierte Wandlungsprozesse. Symbole der Wandlung sind oft typische Situationen, Orte, Mittel, Wege usw. Das Mandala symbolisiert Wandlung, ebenso die Höhle, die Schmetterlingspuppe bzw. der Schmetterling, das Labyrinth; auch kann ein „Seelengeleiter" wie Hermes eine anstehende Wandlung begleiten. Eine 43jährige Frau träumte, in ihrem Raum sei ein Spinnennetz gespannt, das sie weg wische, die weg krabbelnde Spinne töte sie mit ihrem Schuh, etwas, das sie in Wirklichkeit nie tun würde. Während sich die Spinne im Tode entspannte, verwandelte sie sich in zwei wunderschöne Schmetterlinge, die übereinander saßen und ihre Flügel aufklappten. Dieser Initialtraum machte der Träumerin, die in einer christlichen Gemeinschaft lebte, deutlich, dass sie sich aus ihrer Muttergebundenheit befreien müsse und ihre aggressiven Kräfte entwickeln und einsetzen müsse, um ihren eigenen Raum zu kreieren und schützen zu können, der dann auch Raum für eine Beziehung zu einem Partner werden könnte. Der Traum begleitete die Träumerin durch eine längere Therapie und gab ihr Orientierung und immer wieder neue Anstöße für die eigene Weiterentwicklung.

Literatur: Standard

Autor: Wolter, Hanna

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