Verirren

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Keyword: Verirren

Links: Chaos, Fallen, Heros-Prinzip, Jenseits, Labyrinth, Nacht, Nachtmeerfahrt, Nebel, Rätsel, Regression, Reise, Suche, Wald, Wanderung, Weg, Ziel

Definition: Wenn man sich verirrt (mhd. verirren, ahd. farirron), verliert man die Orientierung und damit den Weg, der zum angestrebten Ziel führt. Man gelangt so irgendwohin, wohin man gar nicht gelangen wollte.

Information: Wenn man sich verirrt hat, haben unsere bisherigen bewussten Mittel der Orientierung versagt, man verliert die Kontrolle und es bleibt nur noch, sich seinen Instinkten und der Intuition hinzugeben. Großen Entdeckungen im Leben wie im Traum scheinen oft erst dann möglich zu werden, wenn man seinen Weg verliert bzw. eine zeitlang auf unbekannten Wegen unherrirren muss. Kolumbus z. B: entdeckte Amerika, indem er sich auf dem Weg nach Indien verirrte. Praktisch alle Abenteuer- und Heldengeschichten beinhalten in der einen oder anderen Weise das Motiv des Sich-Verirrens oder des Hineingeratens in unbekannte Bereiche (Nachtmeerfahrt).

Interpretation: Seit uralten Zeiten wird das Unbewusste durch eine große unbekannte Gegend, das Meer, die Wüste, den fast undurchdringlichen Wald, in dem man sich verirrt, symbolisiert. Auch in vielen Märchen bildet der dunkle, verzauberte Wald den Eingang zum magische Bereich des Geschehens (klassisch: Hänsel und Gretel). Wie im verzauberten Wald besteht auch im Labyrinth die Gefahr, sich zu verirren. Nur wer Erfahrung und Wissen hat, kann das Zentrum finden, und diejenigen, die es ohne Wissen wagen, verirren sich.

Träume, in den man sich in den Straßen einer Großstadt, einem Parkhaus, einem Hochhaus, in Kellern, in Höhlen oder einer Landschaft verirrt, in denen man seinen Ausgangspunkt oder sein Ziel sucht, nach Hause will, sind sehr häufig, anstrengend und belastend. Sie scheinen insbesondere in Situationen aufzutauchen, in denen man leistungsmäßig oder psychisch überfordert ist, in denen man zu viele Informationen verarbeiten muss oder in denen man sich in einer Krise befindet, aus der man einen Ausweg sucht. Auch ist es ein klassisches Motiv für den Beginn oder für kritische Phasen im Individuationsprozess, in dem man mit bisher unbekannten Inhalten des Unbewussten konfrontiert wird, durch die man aus dem psychischen Gleichgewicht gebracht wird, mit denen man sich auseinandersetzen muss, um zu einer neuen Orientierung zu finden.

Berücksichtigen muss man bei solchen Träumen allerdings, dass die logische Denk- und Orientierungsfähigkeit im Traumzustand herabgesetzt ist, so dass es schwierig ist, rational-logische Prozesse (Rechnen, Nachdenken, Analysieren usw.) durchzuführen. Das Traumdenken funktioniert eher assoziativ-kreativ, so dass man im Traum meist nicht dahin kommt, wohin man ursprünglich gehen wollte oder was man ursprünglich tun wollte.

Literatur: Standard

Autor: N. N.

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