Urlaub

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Keyword: Urlaub

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Definition: Das Substantiv Urlaub (mhd., ahd. urloup) bedeutete ursprünglich ganz allgemein Erlaubnis. In neuerem Sinn sind damit die dienst- oder arbeitsfreien Tage, die der Erholung dienen, gemeint.

Information: Wir leben im Wechsel von Arbeit und Muße, von Anstrengung und Entspannung, von Konzentration und spielerischer Zerstreuung. Ein Mensch, der jede Sekunde ausnutzen will und immer von seinen Plänen bestimmt ist, wird allmählich verkrampft. In der Urlaubszeit können wir dem süßen Nichtstun frönen und einfach die Zeit dahin fließen lassen.

Interpretation: Urlaub symbolisiert das Bedürfnis nach Entspannung, nach Freiheit und Freizeit, nach Ruhe und alternativen Lebensformen und Lebensstilen, nach einem Leben jenseits von Leistung, Zeitplanung und Zeitdruck, nach einem Leben im Flow oder "Tao", in der die Dinge so getan werden können, wie sie sich jeweils ergeben. In einer unverplanten Zeit geschieht ja nicht etwa "nichts", auch wenn es aus unserer leistungsorientierten Sicht so scheinen mag. Auch wenn wir nur einfach dasitzen, können wir doch tiefer (auf-)atmen und die Dinge in uns aufsteigen lassen, die sonst gar nicht ans Tageslicht kommen konnten. Wir können auch intensiver das erleben, was sich gerade ereignet, auch wenn es unscheinbare Dinge sind. Für viele Menschen ist Urlaub auch eine Zeit der Wiederbelebung oder der Intensivierung der Erotik.

Urlaub ist auch die Zeit des Reisens und des Abenteuers, der Entdeckung und der kulturellen Weiterbildung. Ein wesentliches Merkmal touristischen Verhaltens liegt in seiner auffallenden Ritualisierung einerseits, im ständigen Rollen- und Rhythmuswechsel anderseits. Ritualisierte Zustandsveränderungen, so wie sie auf Reisen beobachtbar sind, lassen sich der von Arnold van Gennep 1909 entwickelten Theorie der universal verbreiteten rites de passage (Übergangsriten) zuordnen und je Funktion als Trennungs-, Umwandlungs- oder Eingliederungsriten interpretieren.

So ist z. B. das Reiseverhalten von Fluggästen wie das Arbeitsverhalten des Personals vom Einstieg über die Bordbegrüßung, von der Verabschiedung bis zur Landung und den Ankunftsmodalitäten als eine reichhaltige Verkettung ritualisierter Sequenzen. Sie können von den Touristen als Übergangsrituale erlebt werden, teils werden sie unbewusst mechanisch nachvollzogen. Was den Rollen- und Rhythmuswechsel auf Reisen und im Urlaub betrifft, so handelt es sich um eine eindrückliche Verlagerung von bisherigen Gewohnheiten. Dadurch kommt es zu einer Distanzierung vom Alltag, den man im Urlaub bewusst zu vergessen oder zu überwinden anstrebt. Der Distanzierungsversuch gelingt auf Reisen rasch und wird auf verschiedenen Ebenen praktiziert: Hier wird allgemein mehr konsumiert; man isst und trinkt nicht nur mehr, sondern zu anderen Zeiten, und man kommt mit weniger Schlaf aus. Es ist an der einfachen Tatsache ablesbar, dass man im Urlaub häufig Dinge unternimmt und besondere Interessen entwickelt, die dort (und nur dort) gelten, z. B. Museumsbesuche, Gruppenanschluss, Souvenirkauf, geführte Besichtigungen, Kartengrüße, Fotografieren, sportliche Betätigungen, erhöhte Kommunikationsbereitschaft usw.

Kommt U. als Traumbild vor, so ist das ein Hinweis, dass man sich nach ihm sehnt. Von Bedeutung ist, wo und wie man seine Ferien verbringt. Bei Träumen von Ferien im Süden sehnt man sich nach einem intensiveren Gefühlsleben, bei Erholung im Norden nach mehr Klarheit und Bewusstheit.

Literatur: Standard

Autor: N. N.

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