Storch

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Keyword: Storch

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Definition: Der Storch (eigentlich = der Stelzer, nach dem steifen Gang) ist ein besonders in ebenen, feuchten Gegenden lebender, größerer, schwarz und weiß gefiederter Stelzvogel mit langem Hals, sehr langem, rotem Schnabel und langen, roten Beinen, der gern auf Hausdächern nistet. Die Bezeichnung "Klapperstorch" leitet sich von dem Klappern ab, das Störche während der Paarungszeit mit ihren Schnäbeln erzeugen.

Information: Der alte Name Adebar, vom mhd. odebar, setzt sich zusammen aus „bern“ (tragen, bringen) und „Od“ (Besitz) oder „Atem“, wodurch der Storch im Volksglauben entweder als Gaben- oder Besitzbringer oder als Seelentier zum Bringer des Atems, also des Lebens, der Kinder gesehen wird. Die alte Vorstellung, der Storch brächte die Babies, die er aus einem Brunnen oder einem nahen Gewässer hole, könnte in der vorpatriarchalen Auffassung wurzeln, dass der Storch ein der Göttin der Brunnen und Teiche heiliger Vogel gewesen sein muss. Auch der Glaube, dass die Seelen Verstorbener im Wasser fortleben, könnte hierbei eine Rolle spielen.

Interpretation: In der Antike, aber auch in Ägypten, galt er als Symbol der kindlichen Dankbarkeit, da man dem flügge gewordenen Storch nachsagte, er würde seine alten Eltern versorgen; schon im Altertum wurde der Storch gerühmt ob seiner zärtlichen Liebe zu den Jungen.

Vor allem im norddeutschen Raum ist die Vorstellung verbreitet, dass der Storch ein verwandelter Mensch sei; dieses Bild des verwandelten Storches ist auch in Märchen, auch in arabischen Märchen, wie z. B. Kalif, der Storch, belegt.

Nach altem Volksglauben ist der Storch ein Glücksbringer, dem Hause, auf dem er nistet, ist Glück beschieden.

In der christlichen Symbolik ist er als Schlangenfresser ein Widersacher der Teufels und in seiner Eigenschaft des regelmäßigen Wiederkehrens im Frühling ein Sinnbild für die Auferstehung Christi. Auch hier findet die Vorstellung vom Storch als Kinderbringer eine Verknüpfung, indem er als Frühlingsbote die erwachende Natur symbolisiert. Im Liedgut wird er als solcher vielfach gepriesen.

Seine Fähigkeit, sich unbeweglich auf einem Bein zu halten, steht sinnbildlich - besonders bei der Storchengattung des Marabu – für eine Haltung der Kontemplation, der geistig-seelischen Versenkung und der Meditation.

In Träumen und Imaginationen des modernen Menschen taucht der Storch relativ wenig auf. Allerdings wird er hoch verehrt und geschützt. Ganze Dörfer legen bis heute größten Wert darauf, dass Störche auf ihren Dächern gastieren. So gibt es in Polen das Storchendorf „Dworek Pentowo Kolonia“, das den Störchen eine Beheimatung bietet, wo sie in Ruhe ihre Kinder aufziehen können, und es wird genau Buch geführt über ihr Verhalten, ihr Kommen und Gehen.

Literatur: Standard

Autor: Henzler, Christa

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