Silber (Farbe)

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Keyword: Silber (Farbe)

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Definition: Silber ist ein weiß-metallisch glänzendes, weiches Edelmetall.

Information: Keine

Interpretation: Die psychologische Wirkung des Silber leitet sich von dem milden, fast hypnotischen Schimmer dieses Edelmetalls her, der vielfach an den Glanz der Gestirne und des Mondes erinnert. Silber ist der Glanz des Weiß. Wenn Weiß zu Licht wird, glänzt es silbern. Licht funkelt silbern auf bewegtem Wasser. Silber ist auch Glanz des Schwarz: Graphit schreibt mit silbrigem Schimmer. Oxidierend schwärzt sich das Silber.

Als weißleuchtendes Metall ist Silber Symbol der Reinheit: „lautere Worte, Silber, geschmolzen im Ofen, von Schlacken geschieden, geläutert siebenfach" heißt es in Psalm 12, 7 von der Bibel, und das Wort des Gerechten wird in ihr mit „erlesenem Silber" verglichen. Auch in der christlichen Symbolsprache steht das im Feuer, den Emotionen, geläuterte Silber für die Läuterung der Seele von allem, was nicht zu ihrem Wesenskern gehört. In der mittelalterlichen Alchemie, der es im Grunde im Gleichnis der Läuterung der Metalle um die der Seele ging, spielte Silber die Rolle eines Katalysators in Form des Silberbaumes, „arbor philosophica" oder Baum der Diana, eine baumförmige Kristallisation einer Quecksilber- mit Silbernitratlösung, die ihnen als Hinweis auf die „pflanzenhaft sprossende Natur" der Metalle galt.

Silbern ist das Haar alter Menschen. Je höher der Anteil des Silbers, in desto reinerem Klang ertönen Blasinstrumente und Glocken. In der Vorstellung der Ägypter bestanden die Knochen der Götter, das Unzerstörbare, aus Silber, dem ihnen kostbarsten, weil in ihrem Lande nicht vorkommenden, Metall.

In seinem kühlen, sanft schimmernden Farbklang wurde Silber seit den Sumerern bis in die griechisch-römische Antike als mit dem Mond und damit dem weiblichen Prinzip verbunden gesehen, gegenüber dem in diesen Kulturkreisen als männlich-sonnenhaft erlebten Gold. Zugleich war der Mond das der Sonne übergeordnete Prinzip, da er mit seinem Zu- und Abnehmen die Zeit ordnete. Der Mond, die silberne Selene, die Mondin galt in der Antike als die Herrin alles Lebendigen, Herrin der Geburten. In den Neumondnächten empfängt sie in der Vereinigung mit Helios ihre gebärende Kraft. Der silberne Tau, der in hellen Mondnächten besonders reichlich fällt, ist gleichsam die Milch, mit der Selene alles Lebendige nährt. Auch lässt sie die Mineralien und Edelsteine sich bilden und die Perle in der Muschel wachsen. Als Mittlerin zwischen Erdregion und lichten Himmelssphären schützt sie die Seelen, die vom Himmel gefallenen, vor sublunaren Dämonen. Glückskinder nannte man Kinder des Mondes. Der weiße Silbermond ist das Gestirn der jungfräulichen Göttinnen Artemis und Persephone. Silber ist bei vielen Völkern der traditionelle Brautschmuck. Silberne Tempelchen waren Amulette der Großen Diana von Ephesus. Die Mondbarke mit Mondsichel und -scheibe aus Elektron, der Legierung von Gold und Silber, zeigt ein Amulett aus dem Grabschatz des Tutanchamun.

Der silbern glänzende Morgen- und Abendstern symbolisierte die sumerische „Himmelsherrin" Innana und in der Folge die vorderasiatischen Göttinnen. Noch heute wird der Planet nach der Venus genannt. Maria, besungen als der Meerstern, steht auf vielen Darstellungen als Himmelskönigin auf der silbernen Mondsichel.

Literatur: Standard

Autor: Riedel, Ingrid

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