Rotkäppchen

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Keyword: Rotkäppchen

Links: Anima, Animus, Eros-Prinzip, Jäger, Märchen, Rot, Sexualität, Wald, Wolf

Definition: Rotkäppchen ist ein Märchen, das in zahlreichen Variationen in ganz Europa auftaucht. Meist handelt die Rahmenerzählung von der Begegnung mit dem Wolf und der Großmutter, manchmal schafft es das Mädchen aus eigener Kraft, den Wolf zu besiegen.

Information: Die Bravheit und Naivität des Mädchens, das seinen Namen über das „rote Käppchen“ (Kopfbedeckungen) erhält, regt heute zahlreiche Schriftsteller an, das Kind zu verhohnepipeln. Sehr häufig lehnen insbesonders Frauen das Grimmsche Märchen (Grimm Nr. 26) zunächst ab. Das Märchen gibt es in sehr vielen Fassungen in „neuerer Form“ und Parodien z. B. „Rotkäppchen auf Reklamedeutsch“.

Interpretation: In der Regel ist bei allen europäischen Märchen die Thematik des Märchens im Zusammenhang mit Körperlichkeit, Pubertät, Sexualität und Erotik deutbar. Mädchen sollen vor der Begegnung mit dem Mann und der Sexualität gewarnt werden. Das Grimmsche Märchen enthält allerdings darüber hinaus versteckte Hinweise und Relikte aus dem uralten Kulturgut der Großen Mutter (Mutter, Große). Dadurch wird über das Märchen deutlich, welche urweiblichen Kräfte krank geworden sind und welche Chancen für Frau entstehen, wenn diese wieder gesunden.

In Gesprächen und Therapien taucht das Grimm'sche Rotkäppchen häufig im Zusammenhang mit Überanpassung, übermäßigem Pflichtbewusstsein oder bei Problemen, nicht „Nein“ sagen zu können auf. In Kindertherapien befassen sich kleinere Mädchen mit Rotkäppchen meist dann, wenn es darum geht, eine überangepasste Haltung zugunsten von Aggression und Annäherung an Jungen aufzugeben.

Literatur: Standard, Laitenberger 1991

Autor: Laitenberger, Diethild

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