Rosenkreuz

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Keyword: Rosenkreuz

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Definition: Ein Rosenkreuz ist die Verbindung eines meist gleichschenklichen Kreuzes mit einer oder einigen Rosen. Abgesehen von der in der Ikonographie der Mystik häufig vorkommenden Rose, hat das Rosenkreuz in Gestalt der "Luther-Rose" Verbreitung gefunden.

Information: Im Brief aus der Veste Coburg vom 8. Juli 1530 bestätigt Luther dem Nürnberger Stadtschreiber Lazarus Spengler, wie sich sein Wappen zusammensetzt bzw. wie sein Siegelring gestaltet sein soll: "Das erste soll ein schwarz' Kreuz sein im Herzen, welches Herz seine natürliche Farbe hat, damit ich mir selbst Erinnerung gebe, dass der Glaube an den Gekreuzigten uns selig macht [...] Solch Herz aber soll mitten in einer weißen Rose stehen, anzuzeigen, dass der Glaube Freude, Trost und Friede gibt und sogleich in eine weiße, fröhliche Rose setzt, nicht wie die Welt Friede und Freude gibt, darum soll die Rose weiß und nicht rot sein, denn weiß ist der Geister und aller Engel Farbe."

In hermetischen Zusammenhängen hat das Rosenkreuz bei den Rosenkreuzern seine besondere Aufnahme gefunden. Ihre Wichtigkeit ergibt sich aus der Tatsache, dass der imaginäre Ordensgründer Christian Rosenkreuz diesen Namen trägt, d. h. mit dem spirituellen Gehalt dieses Symbols identisch ist. Johann Valentin Andreae (1586 - 1654), auf den die rosenkreuzerischen Texte zurückgehen, stammt aus einer lutherischen Theologenfamilie, die ein Andreaskreuz mit vier Rosen im Wappen führte. Aus dieser Namensgebung spricht eine weitgehende Identifikation des Wappeninhabers mit den Zielen der Rosenkreuzer, auch wenn Andreae einige Mühe hatte, sich bei seinen kirchlichen Vorgesetzten vor Missdeutungen zu schützen, sodass er sich veranlasst sah, vom Rosenkreuzertum zu distanzieren.

Goethe ließ sich von der Idee des Rosenkreuzes und der in seinem Zeichen sich vereinigenden Bruderschaft inspirieren lassen, als er sein Gedichtfragment "Geheimnisse" schuf.

Interpretation: Das Kreuz weist im christlichen Zusammenhang auf den Kreuzestod Christi hin, während die Rose für Leben und Liebe steht. In der hermetischen Tradition weist es auf Entfaltung der Seele bzw. des Selbst im Spannungsfeld der Polaritäten hin, in der Alchemie symbolisiert die Rose den reif gewordenen (Rubedo) Stein der Weisen, der nach dem alchemistischen Wandlungsprozess (Kreuz) in Reinheit und Schönheit seine Wirksamkeit entfaltet.

Literatur: Standard

Autor: Wehr, Gerhard

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