Regenbogen

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Keyword: Regenbogen

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Definition: Der Regenbogen verdankt seine Existenz dem Gegensatz zwischen Regen und Sonnenschein (Sonne). Ein Regenbogen entsteht, wenn die im Rücken des Beobachters stehende Sonne eine vor ihm befindliche Regenwolke oder -wand bescheint und die Sonnenstrahlen durch Brechung und Reflexion in den einzelnen Regentropfen in die Spektralfarben zerlegt.

Information: Keine

Interpretation: Wenn wir uns Situationen vergegenwärtigen, in denen wir Regenbogen wahrgenommen haben, so geht von ihnen immer etwas Numinoses aus, es strahlt eine besondere Harmonie, die wohl auf diese Gegensatzvereinigung weist. In der talmudischen Tradition wurde er am Abend des sechsten Schöpfungstages von Gott geschaffen; in der jüdisch-christlichen Tradition ist der Regenbogen Zeichen des Bundes Gottes mit den Menschen, das er nach der Sintflut als versöhnliche Geste setzte. „Das soll das Zeichen sein des Bundes, den ich aufgerichtet habe zwischen mir und allem Fleisch auf Erden“ (1. Mos. 9, 17). Er war die Erinnerung an sein Versprechen, nicht noch einmal durch eine solche Sintflut die Menschheit und die Erde zu zerstören. Dies weist auf die Funktion als Verbindung zwischen Himmel und Erde, zwischen den Göttern und den Menschen - eine Art Himmelsleiter oder axis mundi - und damit auch als Versöhnungssymbol. Von daher ist er auch ein Symbol Marias.

Weit vor der christlichen Vorstellungswelt spielt der Regenbogen als Attribut der großen Mutter eine Rolle. Im frühen Indien wurden die sieben Farben als die sieben Schleier der Maya gesehen, hinter denen sie die bunte reale Welt schaffte. Entsprechend finden sich in der ägyptischen Mythologie sieben Schleier der Isis - einer anderen Ausprägung der großen Mutter.

Die siebenfarbige Treppe, die Buddha benützte, um vom Himmel wieder herabzusteigen ist ebenfalls der Regenbogen. Im alten Griechenland ist der Regenbogen identisch mit Iris, der Botin Heras und damit ebenfalls die Verbindung zwischen beiden Welten. Er stellt eine Art göttlicher Sprache dar. In China wird der Regenbogen - dort als fünffarbig gesehen - als Vereinigung von Yin und Yang gesehen, als Zeichen für die Harmonie des Universums und seiner Fruchtbarkeit. Im Islam sind die sieben Regenbogenfarben Zeichen der auf die Erde gespiegelten göttlichen Qualitäten. In Indien und Mesopotamien stehen die Sieben Farben für sieben Himmel.

Die offensichtliche Verbindung zwischen dem Regen und dem Regenbogen hat in vielen Kulturen zur Vorstellung einer mythischen bisexuellen Schlange geführt oder auch eines Stroms.

Im Volksglauben gilt der Regenbogen oft als Glücksbringer - vor allem für Liebende - und man erzählt, dass dort, wo er die Erde berühre, Schüsseln voller Gold zu finden seien. Diese Vorstellung hat einen engen Bezug zum Symbol des heiligen Grals. Dazu gibt es den keltischen Mythos der Regenbogenschüsselchen. Dies sind Münzformen, die an den Berührungspunkten mit der Erde angeblich gefunden wurden.

Tritt der Regenbogen im Traum auf, so liegt die numinos-archetypische Bedeutung nahe. Er weist auf Ganzheit hin, auf einen Weg in die Richtung der Integration und Gegensatzvereinigung. Hierin liegt auch ein großes Potenzial an Kreativität. Dies kann auch ein Hinweis sein auf eine elementar gestörte innere Harmonie, z. B. zwischen Verstand und Gefühl, also ein kompensatorisches Signal oder auf die Notwendigkeit einer neuen Beziehung zum Numinosen.

Literatur: Standard

Autor: Knoll, Dieter

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