Räuber

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Keyword: Räuber

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Definition: Der Räuber (mhd. roubære, ahd. roubare, zu Raub) ist ein Mensch, der vom Rauben lebt, bzw. einen Raub begeht. Rauben bedeutet immer gewaltsames Wegnehmen, bzw. Stehlen unter der Androhung von Gewalt (im Gegensatz zum Dieb).

Information: In der Biologie werden Tiere, die andere Tiere töten und fressen als Raubtiere bezeichnet. Räuber sind in allen Zeiten bekannt (insbesondere als Grab- und Menschenräuber), bis ins Spätmittelalter waren sie oft in Räuberbanden organisiert. Sie leben an dunklen, schwer zugänglichen, verborgenen Orten, tief im Wald, auf einer Insel, auf dem Meer (Seeräuber), in Höhlen und Kellern. Ende des 18. Jh. entstand die Gattung des Räuberromans, dessen bedeutendster Vertreter Schillers Drama "Die Räuber" und Goethes Götz von Berlichingen sind. Literarische Räuberfiguren im Bereich der Kinderliteratur sind Ali Baba und die vierzig Räuber (Märchen aus 1001 Nacht), der Räuber Hotzenplotz und Ronja Räubertochter. Moderne Räuber begehen vor allem Bankraub und Handtaschenraub im Zuge der Beschaffungskriminalität.

Interpretation: Redensartlich bezeichnet eine Räubergeschichte eine aufregende und unglaubwürdige Geschichte und große Unordnung wird mit dem Aussehen in einer Räuberhöhle verglichen.

Räuber sind oft die schattenhaften Gegenspieler zu den positiven Helden (Held, Heros-Prinzip), drücken damit den aggressiven, gierigen, unmoralischen Machtschatten des Helden aus. Oft gibt es aber auch Mischformen des Räubers, die vom ambivalenten Räuber bis zum guten Räuber reichen (vgl. z. B. Robin Hood, Klaus Störtebeker, Schinderhannes, Fra Diavolo, Jesse James und Salvatore Giuliano). Letztere sind dann edle Vorkämpfer für Freiheit und Gerechtigkeit, die meist nur durch unglückliche Umstände, durch Intrigen oder aus Not zum Räuberwurden.

Räuberhafte Entwicklungsphasen werden oft auch von Pubertierenden durchgemacht, in denen sie sich zu Banden zusammentun, durch die Gegend streifen, ihre Eltern, Autoriäten und etablierte Institutionen verunsichern, gemeinsam stehlen und auf Sauftouren gehen. Dies lässt sich auch als ein - manchmal unvermeidlicher und notwendiger - Prozess der Ablösung aus dem Machtbereich der Eltern und als Initiation und als Suche nach eigenen, autonomer Identität verstehen.

Literatur: Standard

Autor: N. N.

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