Nuss

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Keyword: Nuss

Links: Frucht, Ganzheit, Selbst

Definition: Die Nuss (mhd. nuz, ahd. [h]nuz verwandt mit lat. nux = Nuss; urspr. = Haselnuss) ist eine rundliche, nahrhafte Frucht mit harter Schale, die einen Kern umschließt.

Information: Die Bezeichnung Nuss für den Kopf ("Eins auf die Nuss kriegen") entstand vermutlich durch die optische Ähnlichkeit des Inneren einer Walnuss und eines menschlichen Gehirns.

Interpretation: In der christlichen Literatur (nach Augustinus 354-430 n. Chr.) wird die Nuss als Sinnbild des Menschen erwähnt. Die grüne Hülle steht hier als Symbol für das Fleisch, die harte Schale für die Knochen und der Kern für die Seele.

Als Christus-Symbol stellt die Schale das Holz des Kreuzes, die Hülle das Fleisch Christi und der Kern die göttliche Natur Christi dar. Die Nuss lässt sich somit als Ganzheitssymbol auffassen. Auf Madonnenbildern hat die Nuss die Bedeutung eines Fruchtbarkeitssymbols. In Märchen und Sagen enthält die Nuss oft geheimnisvolle Inhalte, sie umschließt den wertvollen Inhalt mit einer harten Schale. Entgegen einer Trennung in ein erkennbares Äußeres und unerkennbares Inneres dichtet Goethe: "Natur hat weder Kern / Noch Schale, /Alles ist sie mit einem Male. / Dich prüfe du nur allermeist, / Ob du Kern oder Schale seist." (Dem Physiker)

Redensartlich handelt es sich bei der Nuss um eine an sich recht wertvolle Sache, an deren Wesen und Essenz aber nur etwas schwer heranzukommen ist, siehe z. B. auch die Kokosnuss. Eine "harte Nuss" ist somit eine schwer zu lösende Aufgabe (schwer zu knackende Nuss), eine taube Nuss ein unfähiger Mensch. Das Adjektiv taub bedeutet in diesem Zusammenhang hohl.

In der Jägersprache ist die Nuss ein Wort für das weibliche Geschlechtsteil von Hund, Fuchs und Wolf, während es umgangssprachlich auch den Hoden ("In die Nüsse treten") meint.

Literatur: Standard

Autor: N. N.

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