Instinkt

Aus Symbolonline
Wechseln zu: Navigation, Suche

Keyword: Instinkt

Links:

Definition: Instinkte sind genetisch bedingte, arttypische Verhaltensmuster.

Information: Man unterscheidet Gewinninstinkte (Ernährungs-, Sex- und Kumpaninstinkt) sowie Meidinstinkte (Ausscheidungs-, Sicherungs- und

Körperpflegeinstinkt). Ausgelöst werden sie durch äußere oder innere (z. B. hormonale) Reize. Instinkte ermöglichen dem Lebewesen das Überleben in einer eher lebensfeindlichen Umwelt.

Die motorische Umsetzung eines Instinkts wird gesteuert durch ein genetisch fixiertes - eventuell durch individuelles Lernen modifiziertes - Programm. Das Gesamt dieser motorischen Äußerungen eines Lebewesens bezeichnen die Ethologen als arttypisches Verhalten. Die intensive Spontanität, welche den Instinkten innewohnt, nennen sie Appetenz. Beim Menschen spricht man - aufgrund dieser Spontanität - von Instinktmotivationen. Vom Bewusstsein bzw. Ich werden diese als Getriebensein erlebt und deshalb als Triebe bezeichnet.

In der stammesgeschichtlich gewachsenen Hierarchie neuronaler Regulatoren innerhalb eines Organismus bilden die Instinkte die oberste Stufe. Ihr Substrat sind Zellgruppen im Zwischenhirn. Im Unterschied zu den niedrigeren Regulationszentren (bedingten Reflexen sowie z. B. dem Atem - und Kreislaufzentrum), welche ihre motorische Aktivität direkt in die Muskulatur hinausprojizieren, wirken Instinkte indirekt. Oft werden Instinkte - beim Menschen - gemischt, z. B. bei einem Mahl der Ernährungs- und Kumpan-, ev. noch der Sex-Instinkt.

Tiere sind über ihre Instinkte - durch ihre Kognitions- und Verhaltensmuster - fest in ihre arttypische Umwelt eingehängt. Sie bilden mit dieser zusammen gleichsam ein kybernetisches System. Der Mensch hingegen vermochte sich im Zug der Bewusstseins-Evolution Schritt um Schritt aus diesem festen Eingefügtsein herauszulösen. Damit erwuchs ihm - als lebenslange Aufgabe - die Notwendigkeit des Bemühens um ethischen Tun (Ethik).

Aufgabe der Sozialisation des Menschen ist es deshalb, die Triebe so zu kultivieren, dass sich deren Umsetzung in die Sitten der betreffenden Gesellschaft einfügt und dass das Getriebensein - trotz der dem Bewusstsein inhärenten Tendenz zur Überschreitung von Grenzen - durch bewusste ethische Entscheidungen gezügelt wird.

Interpretation: In Gestaltungen des Unbewussten werden Instinkte meistens durch Tiere symbolisiert. Dabei ist die Stellung eines Tieres auf der Evolutionsskala Ausdruck der Ich-Nähe oder Ich-Ferne eines Instinktverhaltens. So wird Ich-Nähe z. B. durch ein Haustier, ein Pferd, ein Hund, veranschaulicht, Ich-Ferne durch einen Hecht oder ein Krokodil oder eine Schlange.

Autor: Obrist, Willy

Literatur: Standard

Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Werkzeuge