Hybris

Aus Symbolonline
Wechseln zu: Navigation, Suche

Keyword: Hybris

Links: Abgrund, Fall, Fallen, Fliegen, Himmel, Tiefe, Turm

Definition: Hybris (griechisch: Übermut, Stolz; Frevel, Trotz bezeichnet in der antiken Ethik die Selbst überhebung des Menschen, besonders gegenüber den Göttern, wodurch sie deren Neid, Zorn und Verachtung herausfordern.

Information: Die Hybris ist ein Leitmotiv in der griechischen Mythologie und Tragödie (z. B. Prometheus, Ikarus und Daedalus), wird aber auch in allen anderen Kulturen als eine Grundversuchung des Menschen gegenüber dem Göttlichen dargestellt (z. B. Sündenfall, Turmbau zu Babel).

Interpretation: Jung spricht in verschiedenen Zusammenhängen von der Gefahr der Hybris des modernen Ich-Bewusstseins, das sich unabhängig vom Unbewussten wähnt und bezeichnet dies auch als "Aufgeblasenheit" und als Inflation. "Ein aufgeblasenes Bewusstsein ist immer egozentrisch und nur seiner eigenen Gegenwart bewusst. Es ist unfähig, aus der Vergangenheit zu lernen, unfähig, das gegenwärtige Geschehen zu begreifen, und unfähig, richtige Schlüsse auf die Zukunft zu ziehen. Es ist von sich selber hypnotisiert und lässt darum auch nicht mit sich reden. Es ist daher auf Katastrophen angewiesen, die es nötigenfalls totschlagen. Inflation ist paradoxerweise ein Unbewusst werden des Bewusstseins. Dieser Fall tritt ein, wenn letzteres sich an Inhalten des Unbewussten übernimmt und die Unterscheidungsfähigkeit, diese conditio sine qua non aller Bewusstheit, verliert." (GW 12, § 563)

Literatur: Standard

Autor: N. N.

Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Werkzeuge