Hinken

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Keyword: Hinken

Links: Bein, Bewegung, Ödipus

Definition: Hinken (mhd. hinken, ahd. hinkan, eigtl. = schief gehen) bezeichnet eine Fortbewegung, bei der infolge eines Gebrechens oder einer Verletzung an Bein oder Hüfte behindert ist, so dass ein Bein nachgezogen wird.

Information: Keine

Interpretation: Der Hinkende (Krüppel, Behinderte) wird durch Projektion bzw. Rücknahme von Projektion zum Symbol. Jeder Hinkende erinnert mich daran, dass ich selbst behindert und verwundet bin (Sas 1964). Die Verwundung und Behinderung des „Hinkenden“ bezieht sich zunächst auf körperliche Leiden. Sie kann sich aber ebenso auf seelische Leiden beziehen. Psychische Leiden sind uns aber weit weniger bewusst als physische. Den Hinkenden kann sein Symptom ein Leben lang begleiten wie das Hinken des Ignatius von Loyola (Frick, 2005) oder das Hinken des mythischen Königsohns Ödipus von Theben mit von den Eltern durchbohrten Fersen. Er ist nach dem Symptom benannt (oidipus: Schwellfuß) und wird für sich und andere zum Symbol. Im Neuen Testament rät Jesus: "Wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein" (Lukas 14, 12). Dies kann objektstufig verstanden werden, im Sinne der sozialen und politischen Verantwortung für Hinkende aller Art. Subjektstufig geht es um den inneren Hinkenden, der „eingeladen“ werden möchte, weil auch er zur seelischen Ganzheit gehört. Der objektstufige und der subjektstufige Aspekt im Symbol des Hinkenden gehören in der Bewusstwerden bzw. im projizierenden Wegschauen eng zusammen. Deshalb zeigen manche Werbekampagnen provozierende Bilder von Behinderten.

Literatur: Standard; Frick, E.: (2005): Sich heilen lassen; Sas, S.: (1964): Der Hinkende als Symbol.

Autor: Frick, Eckhard

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