Hierophant

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Keyword: Hierophant

Links: Einweihung, Logos-Prinzip, Psychopompos, Tarot

Definition: (griech.: hieros =heilig) Oberpriester, der den Schüler (Mysten) den Einweihungsweg in das Mysterium geleitet, z. B. in den Eleusinischen Mysterien; Lehrer der heiligen Bräuche.

Information: Keine

Interpretation: Erscheint als Karte Nr. V der Großen Arkana in vielen Tarot-Decks, wodurch er mit der Symbolik der "Quinta Essentia", jener kostbaren geistigen Substanz jenseits der materiellen Welt (Vierheit), verbunden ist. Die Quintessenz ist die durch Destillation aus den 4 Elementen entstandene Qualität des Spirituellen, die in der Erleuchtung erfahren werden kann. Im Tarot steht der Hierophant als ein Bild des Archetyps des Seelenführers, Psychopompos, der den Menschen auf seinem Weg der Gottes- und individuellen Sinnsuche leitet und die Brücke (Pontifex) zwischen Menschlichem und Transzendentem bildet. Da er um die möglichen Gefahren auf diesem Weg weiß, kennt und vermittelt er die Regeln, die beim Beschreiten dieses Einweihungsweges zu beachten sind. Häufig wird er mit dem goldenen Schlüssel als Symbol des Zugangs zum Geheimnis, zum Numinosen dargestellt. Er ist eine Logos-Figur und symbolisiert demnach einen wesentlichen Animusaspekt, den des Sinns. Eine klassische Beschreibung der Bedeutung des Hierophanten findet sich in Schiller's Ballade "Das verschleierte Bild zu Sais": Dem Jüngling, der das verhüllte Bildnis der Wahrheit entschleiern möchte, antwortet der Hierophant: "Das mache mit der Gottheit aus, [...] kein Sterblicher, sagt sie, rückt diesen Schleier, bis ich selbst ihn hebe. Und wer mit ungeweihter, schuldger Hand den heiligen, verbotnen früher hebt, der, spricht die Gottheit."

Literatur: Standard; Nichols, S.:(1984)

Autor: Rafalski, Monika

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