Herbst

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Definition: Der Herbst ist die dritte Jahreszeit und beginnt astronomisch nach der Tag- und Nachtgleiche am 22. September und endet mit der Wintersonnenwende am 21. Dezember. Meteorologisch werden dem Herbst die Monate September, Oktober und November zugeordnet. Im Herbst beginnt die Ruhephase der Natur, die Pflanzensäfte ziehen sich zurück, die Blätter der Bäume fallen, die Vegetation stagniert.

Information: Im zyklischen Ablauf der Jahreszeiten steht der Herbst an dritter Stelle. Man spricht von Frühherbst, Vollherbst und Spätherbst. Der Frühherbst ist oft in den Bergen besonders schön durch die klare Luft und das goldene Licht auf den sich bunt färbenden Blättern. Hier findet auch die Weinlese statt. Zu den Früchten des Herbsts gehören neben Äpfeln und Birnen die Weintrauben sowie die glänzenden Kastanien und Nüsse. Auch der Beginn der Jagd gehört in diese Jahreszeit. Der Vollherbst wird von den fallenden Blättern, gekennzeichnet, im Oktober wird bereits der neue Wein ausgeschenkt. Im Spätherbst treten vermehrt Niederschläge und Nebel auf.

In der Kunst wird der Herbst als Bacchus (griech. Dionysos), der Gott des Weines, oftmals mit einem mit Früchten gefüllten Füllhorn und mit Weinlaub bekränzt dargestellt.

Zahlreiche Feste und Feiertage fallen in den Herbst: Ende September findet das berühmte Oktoberfest statt, Anfang Oktober wird das Erntedankfest gefeiert, ebenso das jüdische Laubhüttenfest Sukkot. Der 31. Oktober ist der Reformationstag der evangelischen Kirche. An diesem Vorabend zum 1. November wird in jüngerer Zeit vor allem von Kindern Halloween begangen, das vermutlich schon auf keltische Traditionen zurückgeht, aber erst seit den 1990er Jahren über die USA wieder zu uns zurückgekehrt ist. Am Fest Allerheiligen, das auf den 1. November festgelegt ist, wird in der katholischen Kirche aller Menschen gedacht, die ein heiliges Leben geführt haben. Auch der Gräberbesuch und das Gedenken an die Verstorbenen (Allerseelen, Volkstrauertag und Totensonntag) finden in dieser Zeit ihren Platz. In den November gehören auch das St. Martins-Fest mit seinen Laternenumzügen, sowie der evangelische Buß- und Bettag. In den Vereinigten Staaten feiert man Ende November Thanksgiving. Der Sonntag vor dem ersten Advent beschließt das Kirchenjahr.

Interpretation: Der Herbst lässt die Welt noch einmal bunt werden, bevor sie in die Winterruhe übergeht. Kennzeichnend ist der allgegenwärtige Rückzug der Natur, der sich in der Wendung der Menschen nach innen widerspiegelt, was die vielen zum Nachdenken anregenden kirchlichen Gedenktage belegen. Mit der Besinnung geht auch eine Betrachtung der Ernte, die man einbringen konnte, einher. So beginnt der Mensch im Herbst seines Lebens oft auch zurückzuschauen, was ihm im Leben gelungen ist und was von seinen ursprünglichen Zielen noch übriggeblieben ist.

In China ist die Chrysantheme ein Symbol des Herbstes. Sie steht in der östlichen Tradition auch für Kontemplation. Der Herbst steht dort in Verbindung zu dem weiblichen Yin.

Die Tierkreiszeichen Jungfrau, Waage und Skorpion finden wir im Herbst. Die Waage steht mit ihrer ausgleichenden Funktion symbolisch für das Gleichgewicht zwischen Sommer und Winter. Das kräftige Gelb gehört zu den Herbstfarben ebenso wie im christlichen Raum das Braun als die Farbe der Erde. Braun ist auch die Farbe der Demut (humilitas von humus, Erde) und der Armut und findet sich daher in manchen Mönchsgewändern wieder. Zum Herbst gehört mit dem Element Erde das Temperament des Melancholikers, körperlich wird die schwarze Galle und die Milz zugeordnet.

Literatur: Standard

Autor: Huber-Klein, Birgit

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