Hengst

Aus Symbolonline
Wechseln zu: Navigation, Suche

Keyword: Hengst

Links: Energie, Held, Heldenmythos, Heros-Prinzip, Pferd, Tier

Definition: Ein Hengst (von germ. "hangista", das seinerseits möglicherweise ein substantivierter Superlativ von germ. "hanha" = "beweglich, schnell, hitzig" im Sinne von: "am besten springend, am schnellsten, am feurigsten" ist) ist ein zeugungsfähiges männliches Pferd.

Information: Hengste geltne als feuriger, hitziger, stolzer und stärker als Stuten oder Wallache. In freien Pferdeherden dulden erwachsene Hengste keine Nebenbuhler neben sich bzw. tragen in harten Kämpfen ihre Besitzansprüche auf einen Stutenharem aus. Gleichzeitig schützt der Leithengst seinen Familienverband vor möglichen Gefahren. Da der Dominanztrieb noch stärker als sein Geschlechtstrieb ist, ist der Hengst durch Tänzeln, Wiehern, Augenrollen ständig darauf bedacht, allen Pferden in seiner Umgebung zu imponieren.

Interpretation: Aus diesem Grunde ist der Hengst mit den Attributen männlicher Macht und Ehre, männlichen Kampfesmutes und Stolzes verbunden, seit sich die Menschen Pferde als Wagen-oder Reittiere nutzbar machten. So gibt es zahlreiche Überlieferungen, wie sich das Schicksal von Machthabern und besonderen Hengsten verknüpft; etwa wie der junge Alexander den Hengst "Bucephalos" (= der mit dem großen Kopf) bezwang, den vor ihm keiner zu reiten imstande war, weil er vor seinem eigenen Schatten scheute. Und eben dieser Bucephalos sollte ihn dann von Sieg zu Sieg bei der Eroberung seines Weltreiches tragen, bis er im Kampf verwundet starb und Alexander an diesem Ort die neu gegründete Stadt nach seinem Hengst benannte. In Arabien, dem Ursprungsland der edelsten Pferderasse, galt es als mit der Ehre des Hengstes und seines Besitzers unvereinbar, einen Hengst zu (ver)kaufen - er konnte nur durch Schenkung oder Raub den Besitzer wechseln. Allerdings ritten die Beduinen bei ihren Kriegszügen nur Stuten, weil Hengste sich durch ihr Wiehern bemerkbar machen. Da gute Hengste viele gute Nachkommen zeugen können, kann ihr materieller Wert ins Unermessliche steigen. Wer es versteht, sich auf die Psyche eines Hengstes einzustellen, schätzt seinen Stolz, seine Sensibilität und seine Gelehrigkeit; so werden etwa in der Spanischen Reitschule in Wien, dem Hort der barocken Reitkunst nach klassischen Grundsätzen, nur Hengste präsentiert.

So symbolisiert der Hengst männlichen Stolz, Stärke, Selbstbewusstsein, körperliche Schönheit, Erhabenheit und kämpferischen Mut, natürlich aber auch feurige Leidenschaft und Sexualität.

Literatur: Standard

Autor: Rafalski, Monika

Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Werkzeuge