Hals

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Definition: Der Hals (mhd, ahd. hals, eigentlich Dreher) ist nach seiner Funktion als bewegendes Glied ("Dreher") des Kopfes benannt. Er verbindet bei Menschen und Tieren den Rumpf mit dem Kopf und ermöglicht die gegenüber dem Körper eigenständige Bewegung des Kopfes.

Information: Durch den Hals verlaufen existenzielle Versorgungssysteme wie Speiseröhre, Luftröhre sowie Nerven- und Blutbahnen. Der Hals ist die schmalste Stelle des menschlichen Körpers und sehr sensibel. Wirbeltiere lassen sich durch Gewaltanwendung auf den Hals leicht töten (ersticken, den Hals umdrehen, jemanden enthaupten). Beim Menschen besteht die Halswirbelsäule aus sieben Halswirbeln, von denen die beiden oberen zu einem speziellen Kopfdrehgelenk (Halsgelenk, Nackengelenk) umgebildet sind. Zum Hals gehören Nacken, Schlund und Speiseröhre, Luftröhre, Kehlkopf und Zungenbein sowie Schilddrüse und Nebenschilddrüsen. Die Halsmuskulatur ummantelt den Eingeweidestrang und erlaubt Kopfbewegungen. In der Medizin werden Teile verschiedener Organe auch als Collum bzw. Cervix bezeichnet, vgl. Gebärmutterhals, Zahnhals

Interpretation: Der Hals als Organ ist besonders zu schützen, wird von uns auch besonders geschmückt. Halsketten und -bänder und verschiedenste Kragenformen werden seit jeher als Schmuck eingesetzt und können etwas über soziale Stellung, Verantwortung und Macht ausdrücken. So können Menschen eine Amtskette um den Hals tragen, aber auch eine Sklavenkette. Prächtig geschmückte Gold-, Diamant- und Perlenketten aber auch Ketten aus Leder, Stoff und anderen Materialien zeigen sozialen Rang und Status von Stammesangehörigen, von Königen und Fürsten wie auch von Bürgerlichen. Punks und Gothics drücken ihre Überzeugung und Zugehörigkeit zu ihrer Gruppe u.a. mit Nietenhalsbändern aus, in der Sado-Maso-Szene werden diese als Zeichen von Unterwürfigkeit eingesetzt. Halsketten werden als Amulette gebraucht, Christen haben eine Halskette mit einem Kreuz, Kleriker einen spezifischen Halskragen oder eine Halskrause etc. Die ägyptische Isis trug eine prächtige Halskette, die auf ihren Sohn Horus verwies. Kali, ambivalente Große Göttin im Hinduismus trug eine Totenkopfhalskette.

Die bildlichen Redewendungen zum Hals können meist ohne weiteres verstanden werden: Wenn es um Kopf und Kragen geht, steht das Leben auf dem Spiel, im übertragenen Sinn kann man jemanden den Hals abschneiden (Halsabschneider), indem man ihn wirtschaftlich ruiniert. Man kann einen dicken Hals haben (wütend sein), dabei ist an die anschwellenden Adern am Hals gedacht. Dabei kann einem vor Wut sogar der Kragen platzen, so dass wir jemandem an den Hals gehen möchten. Wenn wir "Hals über Kopf" (z. B. davonlaufen oder auch sich verlieben), geschieht etwas überstürzt, sehr eilig, spontan, ohne nachzudenken. Der Ausspruch etwas hängt einem zum Hals heraus (man ist der Sache überdrüssig), leitet sich von der Tatsache ab, dass Tieren, die sich überfressen haben, das letzte Stück zum Hals heraushängen kann. Der Hals als Lastenträger ist nicht sehr belastbar, vor allem nicht, wenn wir "jemanden auf dem Hals haben". Besser ist es, "sich etwas vom Hals halten", wollen wir jemanden belasten, dann können wir ihm z. B. die Polizei auf den Hals hetzen. Ein unersättlicher Mensch kriegt den Hals nie voll genug, wenn das Wasser bis zum Hals reicht, steckt man in großen Schwierigkeiten. Mit Halsstarrigkeit ist im übertragenen Sinn Unbeweglichkeit bzw. Sturheit gemeint und jemand der etwas gefährlich lebt oder sehr spontan handelt, riskiert Kopf und Kragen.

Heiserkeit(der Frosch im Hals), Halsschmerzen und Erstickungsgefühle weisen manchmal auf einen tatsächlich bestehenden Krankheitszustand hin, häufig auch auf psychische Reaktionen. So kann einem etwas den Hals zuschnüren oder einen Kloß im Hals verursachen, etwas kann einem im Hals stecken bleiben. Panikattacken sind häufig mit solchen Empfindungen verbunden. Das Herz kann einem ebenso vor Angst wie auch vor Freude oder Vorfreude bis zum Hals schlagen. Wir können uns vor Freude um den Hals fallen oder aus vollem Halse lachen. Der Wunsch "Hals- und Beinbruch" ist eine abergläubische Formel und ein Abwehrzauber gegen Unglück. Ursprünglich handelt es sich vermutlich um eine jiddische Glückwunschformel, die über die lautliche Ähnlichkeit als "Hals- und Beinbruch" Eingang in die deutsche Sprache fand.

Literatur: Standard

Autor: N. N.

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