Gold

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Keyword: Gold

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Definition: Unter Gold, (mhd. golt, ahd. gold, eigtl. = das Gelbliche od. Blanke, verw. mit gelb) versteht man zum einen eine Farb- und Licht-Qualität (die goldene Farbe oder der goldene Glanz) als auch das rötlich gelbe, glänzende, relativ weiche Edelmetall, das wegen seiner besonderen und seltenen Eigenschaften in fast allen Kulturen mit höchsten Werten verbunden wurde. Der hohe Wert einer ehelichen Beziehung wurde z. B. auch im goldenen Fingerring dargestellt (treu wie Gold sein).

Information: Den Menschen erschien das Gold als das herab geholte Licht der Gestirne. Im altorientalischen kosmisch-religiösen Weltbild hatte das Gold wie alle übrigen Metalle eine Beziehung zu den Planeten. Gold war der Sonne, und durch deren Lichtsymbolik als das den Tageshimmel behauptende Zentralgestirn, dem Herrscher zugeordnet. Die goldene Sonnenscheibe, auch geflügelt, war Symbol des babylonischen Schamas, in Ägypten Attribut der Hathor, des Amon-Re, des Horus. Wir finden sie zu Häupten der Uräusschlange. Der Skarabäus rollt eine goldene Kugel vor sich her: Zeichen der allmorgendlich aufgehenden Sonne. Auf goldenem Clipeum werden Helios und Sol, in römischer Zeit Jupiter, in goldenem Strahlenkranz dargestellt. Der Syrer Elagabal erklärte sich als römischer Kaiser zum "Sol Invictus". Einen Strahlenkranz oder goldenen Nimbus trägt auch Christus als Lichtbringer schlechthin, ein neuer "Sol Invictus", als "Licht der Welt" (Johannes 8. 12) in der frühen Gemeinde verehrt. Der griechische Mythos kannte ein "Goldenes Zeitalter" des Anfangs, in dem Gerechtigkeit und Frieden herrschte; dies sollte laut der politischen Dichtung Vergils mit der Regierungszeit des Augustus erneut beginnen. Als Metapher für eine Zeit der Erfüllung wird auch das himmlische Jerusalem in der Offenbarung (21, 18. 21) als "Stadt aus reinem Gold", angekündigt. Den Himmel zu symbolisieren, wurden im Orient Dächer, Balken, Türen der Pagoden und Tempel, auch des salomonischen wie des herodianischen in Jerusalem, und die Kuppeln der Kirchen und Moscheen vergoldet.

In der christlichen Kunst scheint der Glanz des Goldes das ewige Licht Gottes verkörpern zu können. Die Goldmosaiken an Wänden und in den Apsiden und Gewölben vieler byzantinischer Kirchen und die Goldgründe der mittelalterlichen Buchmalereien, stellen die Gestalten und Szenen der Heilsgeschichte vor einen ewigen Horizont. In der germanischen Mythologie ist der Saal der Göttergeneration der Asen mit Gold getäfelt. In der Völuspa wird von goldenen Brett- und Kegelspielen berichtet. Die Gjöllbrücke in der jüngeren Edda ist mit blankem Gold belegt. In der dänischen Mythologie hat Thor einen goldenen Hammer, Sif, seine Gemahlin, goldenes Haar. Eine goldene Mähne trägt Odins Pferd Gullfexi und Heimdahls Hengst Gulltopp; goldborstig ist Freyrs Eber Gullinbursti. Freyas Tränen sind rotes Gold. Ausdruck eines höchsten Wertes sind auch Gottesbilder wie das goldene Kalb, das Israel sich schuf, und die berühmte Goldelfenbein-Statue des Zeus von Olympia. Als Symbol seiner Erleuchtung, der höchsten Stufe menschlicher Erkenntnis, wird Buddha vielfach in Gold gestaltet.

Interpretation: Die psychologische Wirkung des Goldes auf den Menschen beruht auf seinem lichten Schimmer und dem hohen Wert des Edelmetalls, in vielen Kulturen der höchste materielle Wert. Gold, im Feuer nicht vergehend, vielmehr zu höchster Reinheit sich läuternd, nicht oxidierend, seinen Glanz bewahrend, ist Symbol auch für seelisch-geistige und spirituelle Werte, für Unsterblichkeit und Ewigkeit, Vollendung und Erleuchtung geworden. Archetypen des Ursprungs erscheinen in vielen Kulturen in Gold, so das kosmische Ei, das Brahma zugehört, und die heilige Ursprungssilbe des Hinduismus: OM. In Ägypten galt Gold als Fleisch der Götter. Der Schöpfergott Ptah wird in Gold mit einer nachtblauen Kappe abgebildet. Das Yang, eines der beiden kosmischen Grundkräfte des Taoismus wird in Gold dargestellt. Die goldene Kugel, Symbol des runden Ganzen, bezeichnet als Reichsapfel unumschränkte Herrschaft. Die Äpfel der Hesperiden sind Gaben des Eros und der Unsterblichkeit, sowie der goldene und runde Ring in vielen Kulturen Symbol der Verlobung und Treue ist. In Märchen führt eine goldene Spur des Eros, sei es in der Gestalt einer Kugel, eines Apfels oder Ringes, seien es Haare oder Sterne auf Stirn oder Brust, zur Erfüllung. Das versunkene Gold ist ein archetypisches Motiv: In vielen Sagen liegt es in Brunnen oder Seen, im Acker oder in Bergen, an den Wurzeln von Bäumen oder unter Gelb blühenden Pflanzen verborgen, oft von dunklen Mächten bewacht. Wer es zu heben vermag, unter Einsatz aller seiner Kräfte, könnte die Stagnation seiner Entwicklung überwinden und unbewältigte Probleme lösen. In vielen Gegenden wird von den in vorchristlicher Zeit verehrten, meist fruchtbaren Tieren als in der Erde vergrabenen, goldenen erzählt. Die Ambivalenz des Goldes, wenn es Gier, Neid, Eifersucht, hervorruft, symbolisieren der Apfel der Eris, der Discordia, das goldene Vlies und der Hort der Nibelungen, die zum trojanischen Krieg, und der Vernichtung ganzer Völkerschaften führten.

In der Lehre von den Chakren in der traditionellen fernöstlichen Medizin aktiviert Gold im vierten, dem Anahata-Chakra (neben Rosa und Grün, der Hauptfarbe,) das Herzzentrum sowie im siebenten, dem Sahasara-Chakra (neben Weiß und der eigentlichen Transformationsfarbe Violett) das Scheitelzentrum.

Literatur: Standard

Autor: Riedel, Ingrid

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