Fleisch

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Keyword: Fleisch

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Definition: Als Fleisch bezeichnet man im weiteren Sinn die Weichteile des menschlichen und tierischen Körpers, im engeren Sinn die essbaren Teile des Tieres und das weiche Gewebe von Früchten.

Information: Keine

Interpetation: Die Symbolik des Fleisches steht immer in engem Zusammenhang mit körperlichen Energien und Bedürfnissen, mit Potenz und Leidenschaft. Appetit auf Fleisch lässt Genussfähigkeit, Lebenslust, Sinnlichkeit und Triebverlangen vermuten, wobei dann von religiöser Seite oft abwertend von "fleischlichen Begierden" gesprochen wird. Eine Ablehnung von Fleisch bis hin zum Ekel weist auf gewisse asketische Züge, die Neigung zur Enthaltsamkeit, Entbehrung und auf die Unterdrückung von triebhaftem Verlangen hin.

Der Verzehr von Fleisch wird teilweise von Religionen oder aus ethischen Gründen eingeschränkt, das Judentum und der Islam verbieten bestimmte Fleischsorten, die als unheilig oder unrein gelten, Vegetarier verzichten freiwillig auf Fleisch verbunden meist mit einem spirituellen Anliegen.

Redensartlich wird davon gesprochen, dass Tätigkeiten können "in Fleisch und Blut übergehen", man beherrscht sie dann so, dass man nicht über sie nachdenken muss, genauso Eigenschaften, deren Unveränderlichkeit durch das Adjektiv "eingefleischt" bezeichnet wird. Mit dem "eigen Fleisch und Blut" sind die eigenen Kinder gemeint, wenn man sich ins eigene Fleisch schneidet, schadet man sich selbst.

Im biblischen Kontext ist mit Fleisch der menschliche Körper, im Unterschied zum Geist, gemeint. Als die Jünger im Garten Gethsemane mit Jesus wachen sollten, jedoch eingeschlafen sind, spricht Jesus zu ihnen: "Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach (Matthäus 26, 41)."

Dieses Zitat ist im Alltag gebräuchlich bei guten Vorsätzen, deren Ausführung an der menschlichen Schwäche scheitert. Gelegentlich wird auch diese humorvolle Variante verwendet: Der Geist ist schwach und das Fleisch ist willig."

Von einem "Pfahl im Fleisch" wird gesprochen, wenn man von einer Sache meist in negativer Hinsicht stark besetzt ist und nicht weiß, wie man sie losbekommen soll. Diese Redensart stammt aus dem neutestamentlichen 2. Brief des Paulus an die Korinther: "Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarungen überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe (12, 7).

Literatur: Standard

Autor: N. N.

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