Fisch

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Keyword: Fisch

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Definition: Ein Fisch (mhd. visch, ahd. fisk; vgl. lat. piscis = Fisch) ist ein im Wasser lebendes, durch Kiemen atmendes Wirbeltier mit einem von Schuppen bedeckten Körper und mit Flossen, mit deren Hilfe es sich fortbewegt. Ein Drittel der Fische lebt im Süßwasser, zwei Drittel leben im Meer.

Information: Keine

Interpretation: Der Fisch hat in vielen Kulturen eine symbolische Bedeutung und in den verschiedenen Religionen eine religiöse Funktion. Wegen der starken Vermehrung ist der Fisch in vielen Kulturen ein Fruchtbarkeitssymbol. Damit steht im Zusammenhang, dass Fische zu einem Sinnbild für phallische Zeugungskraft wurden. In manchen Ländern trägt man einen Fisch als Amulett zur Abwehr des bösen Blickes und als Schutzsymbol. In China wird das gleiche Schriftzeichen für Fisch und Überfluss benutzt und dort ist der Fisch ein Symbol für Glück, Reichtum und gute Ernte. Da große Fische, wie z. B. Haie und Wale die Menschen zu allen Zeiten sehr beeindruckten, wurden mythologische Vorstellungen von verschlingenden Ungeheuern auf sie projiziert.

Die Symbolik der Fische wird auch benutzt, um menschliche Eigenschaften auszudrücken, wie z. B."Sich wohl fühlen wie ein Fisch im Wasser", "Wie ein Fisch in seinem Element sein", "Munter wie ein Fisch", "Ein großer Fisch sein" (ein bedeutender oder wichtiger Mensch), "Stumm wie ein Fisch", "Kalt wie ein Fisch" (keine Gefühle zeigen).

Die größte Bedeutung hat der Fisch als religiöses Symbol erhalten, was in christlichen Familien und bei vielen Menschen darin zum Ausdruck kommt, dass freitags Fisch gegessen wird. Bereits in der Zeit vor dem Christentum hatte der Fisch in den frühen Kulturen eine religiöse Bedeutung. In Ägypten war der Fisch dem Osiris heilig und in Syrien der Göttin Astargate. In Indien nimmt Wischnu gelegentlich Fischgestalt an. Seit dem frühen Christentum ist der Fisch ein Symbol für Christus und ein Sinnbild für die Zugehörigkeit zur christlichen Gemeinde. Das griechische Wort für Fisch, Ichthys, lässt sich als Ideogramm als kurzes Glaubensbekenntnis ausdrücken: "Jesus Christus, Gottes Sohn, Heiland."

Das gleiche Symbol wurde auch auf Haustüren, an Gräbern, Amuletten und Ringen angebracht. Durch die Gleichsetzung von Fisch mit Christus kam es auch zur Beziehung zur Eucharistie und zur Taufe, indem die Getauften "Fische" (Pisces) genannt wurden.

C. G. Jung hat in seiner Untersuchung zur Bedeutung des Fisches in der Alchimie entdeckt, dass der Fisch ein Archetypus selbst Selbst sein kann und darüber hinaus mit dem Lapis, dem Stein der Weisen in Beziehung stehe. Ferner werden die Fische als astrologisches Symbol verwendet.

In den Märchen wird vielfach die Symbolik des Fisches reflektiert. Als Beispiel greifen wir den unersättlichen Wunschfisch heraus im Märchen: "Von dem Fischer und seiner Frau".

Das sogenannte Wunschdenken ist ein weitverbreitetes Märchenmotiv und findet sich in der Formel: "Zu der Zeit, als das Wünschen noch geholfen hat." Mit dem Fangen des Wunschfisches offenbart sich dem Fischer in der Fantasie die Möglichkeit, die im realen Leben niemals verwirklicht werden kann. Dennoch ist in dem Fisch die inspirierende und nährende Funktion des Unbewussten und die Erscheinungsform der Seele angedeutet. In den Imaginationen (Imagination) und Träumen (Traum) begegnet uns der Fisch als ein nährender Inhalt der Seele. Fischträume sind also von daher positiv, wo der Fisch als aus der Tiefe erworbene Speise, als tiefenseelischer Inhalt und als ein Ausdruck dessen psychischer Energie erscheint.

Literatur: Standard, Pouplier (1986)

Autor: Hark, Helmut

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