Elefant

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Keyword: Elefant

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Definition: Elefanten sind in Afrika und Asien lebende große Säugetiere, grau und fast unbehaart, mit sehr großen Ohren und einem Rüssel sowie langen weißen Stoßzähnen. Nach den Stoßzähnen aus Elfenbein hat er seinen Namen.

Information: Der Elefant ist das königliche Reittier Asiens und damit Indra und Shiva heilig. Er galt in Asien als Symbol von Macht, Weisheit, Frieden, Glück, Kraft und Festigkeit. Ganesha, der Sohn des Gottes Shiva und Überwinder aller Hindernisse wird mit einem Elefantenkopf dargestellt. Der Elefant ist auch das Reittier des indischen Gottes Indra. Vier oder acht Elefanten gelten als Hüter der Weltgegenden, als Träger des Universums und finden sich daher in indischer und tibetanischer Architektur als Karyatiden. Der Elefant ist Symbol des Elementes Erde.

Auch in Afrika wird der Elefant als Sinnbild von Kraft, Glück und des langen Lebens verehrt, in China als Symbol für Stärke, Scharfsinn, Energie und Souveränität.

In der abendländischen Antike galt der Elefant wegen seiner Intelligenz als Attribut des Gottes Merkur. In der griechischen und römischen Literatur erhielt er aufgrund der ihm zugeschriebenen Eigenschaften wie Keuschheit, Gelehrigkeit, Sanftmut und Hilfsbereitschaft eine positive Bewertung. Wegen seiner Langlebigkeit galt er als Symbol der Überwindung des Todes.

In der christlichen Bilderwelt des spätantiken "Physiologus" ist die Schlange die Gegenspielerin des Elefanten (Christus), der von ihr geschwächt zusammenbricht, jedoch im Tode die Feindin unter sich zerquetscht. Vor ihr muss der männliche Elefant den weiblichen während des Geburtsvorganges schützen, da die Schlange den jungen Elefanten verschlingen will.

In Mythen wird die Keuschheit des Elefanten gelobt, der seine Zeugungsbereitschaft nur durch den Genuss der Mandragora-Wurzel aktiviert und sich nach Aristoteles angeblich während der zweijährigen Tragzeit seines Weibchens enthaltsam verhält. Außerdem zeuge er nur im Wasser, im Verborgenen seine Junge. (Altchina) Er wurde von daher mit der Tugend der Besonnenheit und des Maßes in Verbindung gebracht.

Als Träger eines Obelisken hat er ähnliche Bedeutung wie der Weisheits- oder Lebensbaum in der indischen Mythologie. Während in afrikanischen Mythen der Löwe das Bild des mutigen Häuptlings verkörperte, galt der Elefant als Archetyp des Medizinmannes oder Weisen, der neben Mut auch Weisheit und geheimes Wissen habe. Im weißen Elefanten verbindet sich die symbolische Bedeutung der Farbe Weiß mit der des Elefanten. Der Legende nach ging Buddha als weißer Elefant vor seiner Wiedergeburt in den Schoß seiner Mutter Maya ein.

Bis in die Spätantike war der Elefant in Europa unbekannt, gewann später jedoch große Bedeutung. Er gehörte mit dem Einhorn zu den exotischen Tieren, die gelegentlich in Tierfabeln oder bei Paradiesvorstellungen eine Rolle spielten. Als Alexander der Große nach Indien ging, sah er Elefanten und brachte sie nach Europa. Nach der Zeit der Kreuzzüge wurde der Elefant auch Wappentier. Ein Elefantenorden wurde 1464 in Dänemark gegründet. Ein weißer Elefant war bis 1910 Wappentier des Königreichs Siam (Thailand).

"Wie ein Elefant im Porzellanladen" meint die eigene Kraft nicht angemessen nutzen können und sich ungeschickt, grob, plump oder taktlos zu verhalten."Auf einem Elefanten reiten", bedeutet wegen der Lautähnlichkeit in der chinesischen Sprache "Glück".

Der Elefant, der umgangssprachlich auch "Jumbo" genannt wird, dient in neuen Wortverbindungen oft zur Veranschaulichung der Größe und Wichtigkeit hoher Funktionäre in Politik und Wirtschaft: Eine "Elefantenrunde" bedeutet eine Versammlung, zu der viele große Kapazitäten eingeladen werden. Eine "Elefantenhochzeit" zu feiern meint die Fusionierung zweier großen Konzerne.

Interpretation: Der Elefant mit seiner überwiegend positiven Symbolik, die im Bereich des Bios- Prinzips, aber auch des Logos- Prinzips anzusiedeln ist, repräsentiert einerseits erdhafte Wirklichkeit, "altersgraue" ererbte Weisheit und unaggressiv in sich ruhende Stärke. Als Symboltier verkörpert er zuverlässige Tragfähigkeit, besonnene animalisch-triebhafte Aspekte und in Verbindung mit seiner Intelligenz und Klugheit die instinkthafte, intuitive Kraft des Unbewussten. Er gilt dadurch auch als fürsorgliche und treue Vaterfigur.

Rüssel und Stoßzähne sind symbolische Hinweise auf phallisch- männliche Aspekte. Andererseits kann der Elefant auch als Traumgestalt ein "Dickhäuter" sein, der sich seiner zerstörerischen Kräfte kaum bewusst ist.

Elefanten brauchen lange, bis sie ihre Ruhe verlieren und aggressiv werden, von daher sind angreifende oder durchgehende Elefanten im Traum Sinnbild für die beeinträchtigte Instinktsphäre und zum Ausbruch drängende Aggressivität des Träumers. Müde, verletzte, kranke oder sterbende Elefanten deuten auf beeinträchtigte Vitalität hin.

Nach Marie- Louise v. Franz psychologischer Interpretation in Saint- Exuperys "Der kleine Prinz" repräsentiere der Elefant die individuierte Persönlichkeit, den göttlichen Helden, den Entwurf des inneren Seelenbildes, was jedoch von der Boa als Symbol für die regressiven Tendenzen des Unbewussten verschluckt wurde und auf den frühen Tod Saint- Exuperys hinweisen könne. (von Franz 2002, S. 24).

Träume, in denen man auf einem Elefanten reitet, hinterlassen meist einen tiefen, nachhaltigen Eindruck. Eine Jugendliche träumt: "In einem exotischen Land gibt es eine Art Umzug oder Prozession mit vielen Menschen und Elefanten. Jemand sagt, dass ein kleiner Junge zur Beruhigung auf einem Elefanten reiten soll. Auch ich sitze dann auf dem Rücken eines Elefanten, fühle unter mir die dicke Haut, den massiven Körper und fühle mich wunderbar getragen".

Literatur: Standard

Autor: Kuptz-Klimpel, Annette

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