Eckstein

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Keyword: Eckstein

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Definition: Ein Eckstein markiert und befestigt die Ecken eines Gebäudes, wodurch dieses seine Statik erhält.

Information: Die Rituale der Bauhütten-Steinmetzen setzten altes Wissen in der Bearbeitung der Steine um: Ecksteine könnten auch Schutz vor unerwünschten Einflüssen, etwa Strahlungswirkungen von unterirdischen Grundwasserströmen, geben. Dafür müssten die Ecksteine in geomantisch korrekter Anordnung gesetzt werden und von gleicher Herkunft sein. Auf diesem Wege entstehe ein dipolares Feld zwischen ihnen, so dass sie mit einander "kommunizieren" könnten. (Der Kinderauszähl-Reim "Eck- um Eck- um Eckstein, alles muss versteckt sein." enthält unbewusst vielleicht noch dieses Wissen.

Muschelkalk ist ein besonders geeignetes Material, da er Kalkpanzer früherer Lebewesen enthält; auch aus Sandstein und Granit kann der Eckstein gefertigt sein. Ornamente und Muster auf Ecksteinen und Eckpfosten an Fachwerkhäusern verstärken die schützende Wirkung. Besonders schöne Ecksteinsetzungen finden sich im venezianischen Raum.

Gebäude und Räume mit acht Ecken (Baptisterien) entsprechen am besten diesem Schutzprinzip (vgl. die archetypische Struktur des chinesischen Bagua des I Ging). Steinzeitliche Steinkreise sind in diesem Sinne Setzungen schützender Ecksteine. Schon in der altorientalischen Baukunst spielte der Eckstein eine bedeutende Rolle, wurde mit Sorgfalt ausgewählt und war auffallend groß; Täfelchen mit Erinnerungsschriften oder Schutzsprüchen wurden in ihn eingemauert.

Hierauf spielt Jesaja an: "So spricht Gott der Herr: 'Seht her, ich lege einen Grundstein in Zion, einen harten und kostbaren Eckstein, ein Fundament, das sicher und fest ist: Wer glaubt, der geht nicht unter. '" (Jes. 28, 16). Das Volk Israel ist "ein Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist aber zum Eckstein geworden. Vom Herrn ist's geschehen, ein Wunder vor unseren Augen." (Ps. 118, 2). Im Neuen Testament wird die Symbolik des Ecksteins aus dem Alten Testament aufgegriffen und in Christus vollendet: Christus ist der Eck- und Schlussstein des messianischen Reiches, Ruhm der Gläubigen, dagegen Stein des Anstoßes und Ärgernisses denen, die nicht an ihn glauben. Dieser Eckstein steht aber nicht allein da: Er trägt ein geistliches Gebäude und ist gleichzeitig als Schlussstein dessen Krönung: "Ihr seid Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes, aufgebaut auf dem Grund der Apostel und Propheten, indes Christus Jesus selbst der Eckstein ist. Auf ihm ruht der ganze Bau und wächst heran zu einem heiligen Tempel im Herrn." (Eph. 2, 19ff)" (Forstner, S. 128)

Interpretation: In seiner Bedeutung als Symbol der Stabilität und des Schutzes vor dem Chaos gehört der Eckstein zum archetypischen Feld der Ordnung. Im mythologischen Zusammenhang baut die Symbolik des Ecksteins auf der des Steins als Symbol Jahwes auf, als Mitte und Schlussstein der Welt, Fundament des Allerheiligsten.

Autor: Rafalski, Monika

Literatur: Standard

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