Dach

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Keyword: Dach

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Definition: Ein Dach (mhd. dach, ahd. dah, eigtl. = das Deckende] ist der obere Abschluss eines Hauses.

Information: Es gibt horizontale (Flach-) Dächer und solche durch eine mit Ziegeln oder anderem Material gedeckte Konstruktionen, bei der die Flächen in bestimmtem Winkel zueinander stehen.

Interpretation: Im Aberglauben fast aller Völker spielt das Dach einerseits als sicherster Schutz des Menschen, andererseits als Hauptangriffspunkt dämonischer Mächte eine große Rolle: Geister bevorzugen Öffnungen im Dach (s. Schornstein) als Eingang ins Haus oder halten sich im Gebälk des Dachs auf. Die schützende Kraft des Dachs hilft den Menschen vor verfolgenden Geistern und durch die Luft ziehenden Hexen. Es bietet Zuflucht und Obdach vor Regen, Schnee und Kälte, jedoch nicht vor dem gefürchteten Blitzschlag.

Die Redensart "Eins aufs Dach bekommen" knüpft an das Dach im Sinne von "Schädeldecke" an und meint, jemanden zu tadeln oder zurechtzuweisen. Damit ist symbolisch der Schädel als Sitz des Gehirns und damit der Gefühle und Gedanken angesprochen. In diesen Bedeutungszusammenhang gehören auch die umgangssprachlichen Wendungen "Bei jemandem ist gleich Feuer unterm Dach" (eine Person gerät leicht in Wut) oder "Bei jemandem ist es unterm Dach nicht ganz richtig" (jemand ist nicht ganz bei Verstand)."Etwas unter Dach und Fach bringen" meint, dass eine Unternehmung glücklich zum Abschluss gebracht werden konnte und bezieht sich ursprünglich auf den Bau eines Fachwerkhauses. Wenn ein Haus unter Dach und Fach war, wenn also Fachwerk und Dach fertig waren, galt der eigentliche Hausbau als beendet. Das Sprichwort "Besser ein Spatz in der Hand als eine Taube auf dem Dach" will sagen, es sei besser, sich mit dem Sicheren zu begnügen als etwas Unsicheres anzustreben. Der Mount Everest als höchster Berg der Erde (das ständig schneebedeckte Bergmassiv im Himalaja ist 8 846 m hoch) wird als "Dach der Welt" bezeichnet.

Das Dach hat also Teil an den Symbolkreisen des Schutzes, des menschlichen Schädels und des Hohen und weit Entfernten, aber auch des Geheimnisvollen: Im Dach finden sich Fledermäuse, Nächtliches, Geisterhaftes. Durchs Dachgebälk seufzt der Wind, die Stimme der Geister. In Träumen vom Dachboden kann man Kindheitserinnerungen entdecken oder auch eine undichte Stelle im Dach; bei letzterem mangelt es vielleicht am Schutz gegenüber der Außenwelt, es könnte sich auch eine körperliche oder seelische Krankheit ankündigen. Der Dachboden kann, wie der Keller, ein Angstort sein, da man nicht weiß, was sich in seinen dunklen Ecken verbirgt.

Literatur: Standard

Autor: Claus, Waltraud

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