Blitz

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Keyword: Blitz

Links: Aggression, Befruchtung, Donner, Energie, Feuer, Geist, Gericht, Gewitter, Gottesbild, Himmel, Licht

Definition: Etymol. von Mhd."blecken"- aufblitzen, glitzern.

Information: Keine

Interpretation: Die eindrucksvolle Entladung himmlischer Elektrizität ist eng mit der Vorstellung vom "blitzenden" Zorn der Wetter- oder Himmelsgötter verbunden, wurde in allen alten Kulturen als Ausdruck und Symbol übernatürlicher Macht, gelegentlich auch als Ausdruck überirdischer Erleuchtung, Symbol für Erkenntnis und Wahrheit (Hinduismus) verstanden. Das Zucken des Blitzes und das Grollen des Donners (Gewitter) galten als mahnende Zeichen des himmlischen Strafgerichts. Attribute der Himmelsgötter, als Manifestation des Blitzes oder dessen Ergänzung waren: Zickzack, Dreizack, Axt, Hammer, Donnerkeil, Pfeil und Raubvogel (Vogel, Adler).

In manchen Kulturen wird der Blitz auch als eine vom Himmel herunter stoßende Schlange angesehen, wie z. B. in Altmexiko die »Obsidianschlange«, "Itzcóatl", in der altfinnischen Mythologie eine "bunte Schlange". Der Blitz selbst, oft als Lanze bezeichnet, hatte in jedem Fall die Bedeutung des himmlischen Phallus, der wie die Sonnenstrahlen einerseits "Funke des Lebens" zu sein, befruchten und Leben schaffen, andererseits "Feuer des Himmels" sein, dadurch auch zerstören und Leben vernichten konnte.

Der Antike war die Deutung des über die Erde ziehenden Gewitters und die Einschläge der Blitze in den Boden als hl. Hochzeit von Himmel und Erde vertraut.

Beispiele aus Mythen und Religionen der Völker: Marduk, dem altorientalischen Gewittergott diente der Blitz als Waffe im Kampf gegen Tiamat. Gott äußert sich häufig durch Blitz und Donner, z. B. in seinen Zorngerichten im Buch Moses oder Hiob der Bibel. Für die nordamerikanischen Indianer ist der Blitz der Große Geist, die Offenbarung. Nach schamanischem Glauben empfängt der, der vom Blitz getroffen wird, die unmittelbare Initiation.

Am bekanntesten ist der griech. Göttervater Zeus, der vom Berge Olymp als Ausdruck seiner Macht und seines Zornes Blitze und Donnerkeile auf die Erde schleuderte. Zeus wurde von seiner Geliebten Semele, die von ihm mit Dionysos schwanger war, durch Heras List veranlasst, sich ihr in seiner wahrhaften, göttlichen Gestalt zu zeigen, worauf er als Blitz oder als Wagen mit Blitz und Donner erschien und Semele mit dem Feuer des Blitz es tötete. Der ungeborene Dionysos wurde dem Mythos nach von Zeus in seinen Schenkel eingenäht und ausgetragen.

Der Blitz dient in Redensarten vor allem zur Bezeichnung höchster Geschwindigkeit: "Schnell wie der Blitz", als Ausdruck geistiger Kraft, auch der plötzlichen Intuition: "Geistesblitz", wie der Verstärkung: "Blitzsauber"."Ein Blitz (-schlag) aus heiterem Himmel" und "Dastehen, wie vom Blitz berührt" drückt die vernichtende Kraft des Blitzes aus. In die moderne Alltagssymbolik als dreieckiges Piktogramm ist der Blitz als Warnzeichen vor Elektrizität und Hochspannung. eingegangen.

Die Gewitterentladung mit Blitz und Donner ist im Märchen oft die Begleiterscheinung einer Wandlung. Die phallisch-vitale Kraft des Blitz es steht nach Jung in enger Beziehung zur Symbolik des Pferdes, deshalb werde die Verwandlung der Anima in Märchen, die oft in einer mehrspännigen Kutsche vorfährt, gelegentlich von Blitz, Donner und Regen begleitet.

In der tiefenpsychologischen Symbolik gehört der Blitz als Ausdruck phallisch-vitaler, aber auch geistiger Energie in seiner polaren Bedeutung zum Symbolkreis des Heros wie des Logos.

Er bedeutet einerseits als positiver Pol: männliche Kraft mit den Aspekten des Lebenschaffenden, Belebenden, das Befruchtende, Schöpferkraft, aber auch das lichtschaffende (Feuer, Licht, Geist), zu Bewusstsein und Erkenntnis und zum geistig-transzendenten Bereich führende Prinzip. Andererseits als negativer Pol des schattenhaften Männlich/Väterlichen: Zerstörung, Vernichtung (in Mythen durch Verbrennen), Missbrauch der phallischen Energie und Stauung von Emotionen.

Insbesondere in Träumen kann der Blitz auf einen Affektstau hinweisen, der durch plötzliches aggressives Handeln oder unkontrollierte Entladung körperlicher oder seelischer Spannungen abreagiert wird, aber auch dem Wunsch danach.

Literatur: Standard

Autor: Kuptz-Klimpel, Annette

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