Bart

Aus Symbolonline
Wechseln zu: Navigation, Suche

Keyword: Bart

Links: Alt, Haar, Mann, Persona, Status, Weiser, alter

Definition: Mit Einsetzen der Pubertät wächst dem Mann an Wangen, Kinn und Hals ein Bart (mhd., ahd. bart, wahrscheinlich Borste).

Information: Das Tragen und die Länge eines Bartes unterliegt stark modischen und gesellschaftlichen Traditionen, häufig nach dem Vorbild des jeweiligen Herrschers, wie z. B. der der Kaiser-Wilhelm-Bart in den 60er und 70er-Jahren des 19. Jh oder in den 30er-Jahren des 20. Jh. der Schnauzbart nach dem Vorbild Hitlers und seit Ende des 20. Jh. der Ziegenbart (Kinn-Bart). Zu anderen Zeiten kann das Tragen eines Bartes ganz "out" sein. Das Märchen vom Blau-Bart handelt von einem Ritter, der seine Frauen ermordet.

Interpretation: Der Bart kann, ebenso wie das Haar, Zeichen religiöser und politischer Weltanschauungen, Ausdruck von Alter und Standeszugehörigkeit sein und für Autorität, Weisheit und Würde stehen. Bereits in der Antike trugen Philosophen einen Bart, auch Propheten, Helden, Könige, Zwerge, Götter und der Weihnachtsmann werden meist bärtig dargestellt. Das Barttragen kann aber auch Archaisches, Wildes, Ungezähmtes, Animalisches, Rebellisches und Provokatives symbolisieren. Man kann sich auch hinter seinem Bart verstecken und tarnen, Unsicherheit verbergen, sein "wahres Gesicht" nicht zeigen wollen.

Man kann jemandem um den Bart streichen, ihm Honig um den Bart schmieren, d. h. ihm schmeicheln. Bei nicht verständlicher, unwillig dahergesagter Rede brummt jemand in seinen Bart.

Die Redewendung "Streiten um des Kaisers Bart", also um Dinge, die es nicht wert sind oder sich gar nicht entscheiden lassen, geht vermutlich auf Streiten um den Geißenbart zurück und hat als Grundlage die müßige Frage, ob man einen Ziegenbart als Wolle bezeichnen darf oder nicht.

Der Bart symbolisiert in der Traumsprache häufig männliche Vitalität, Kraft und Potenz, wird er abgeschnitten, kann dies Kraftverlust und Impotenz (vgl. auch die biblische Geschichte von Samson) ausdrücken, andererseits aber auch eine gewisse Kultivierung, Vergeistigung.

Literatur: Standard

Autor: Müller, Lutz

Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Werkzeuge