Anker

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Keyword: Anker

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Definition: Der Anker (mhd., spätahd. anker, lat. ancora, griech. ágkyra, eigtl. = Gebogenes, Gekrümmtes, verw. mit Angel) ist ein schweres, an einer Kette oder einem Tau befestigtes, zwei- oder vierarmiges hakenartiges Gerät, das vom Schiff auf den Grund eines Gewässers hinabgelassen wird, wo es sich in den Grund selbstätig eingräbt und dadurch das Schiff an seinem Platz festhält.

Information: Er ist (wie auch der Dreizack) Attribut des Meeresgottes Neptun. Ein Unwetter vor Anker liegend abwarten heißt in der Seemannssprache "Einen Sturm vor Anker abwettern".

Interpretation: Der Anker als ein Gegenstand mit ganz klarer Aufgabe in der Seefahrt, weist ganz allgemein auf unsere Verankerung hin, d. h. auf die Frage, woher wir unsere Identität und unseren Halt beziehen, worin wir uns gründen. Der Bezug zur Tiefe erscheint hier als besonders wichtig, denn der Anker ermöglicht eine Befestigung und Sicherung nach unten hin, im übertragenen Sinn in den Tiefen der eigenen Seele. Im christlichen Raum taucht er früh als Symbol des Glaubens und später als Variante des Kreuzes auf, als Hinweis auf die Verankerung in Gott oder Christus. Im übertragenen Sinn ist er auch Symbol für Festigkeit, Beständigkeit, Treue. Er ist der einzig mögliche Halt für das treibende Schiff auf dem Meer und erlaubt somit, die Ruhe zu bewahren angesichts stürmischer und tobender Gefühle und Impulse.

Wenn wir die Anker lichten, so lösen wir uns aus der sicheren Vertäuung und brechen in ein Abenteuer auf, das kann den Beginn einer Heldenreise Held, Heldenmythos symbolisieren. Umgekehrt bedeutet „vor Anker gehen“, dass wir sesshaft werden, uns anbinden, ggf. heiraten etc. Von diesem Aspekt her kommt wohl das Phänomen, dass der Anker bei Tätowierungen oft als Symbol der Beziehung und Liebe auftaucht.

Poetisch finden wir Anker der Hoffnung, was wohl einerseits auf die Sicherung des Schiffes im Sturm durch den Anker hinweist, aber auch mit dem oben erwähnten Aspekt des sich Gründens zusammenhängt, also der Hoffnung und Sehnsucht, irgendwo den Ort, den Heimathafen zu finden wo wir hin gehören.

Die gegensätzlichen Aspekte des Fixierens und des Treibens weisen auch auf einen Konflikt zwischen dem Einlassen auf den Lebensfluss und dessen Blockierung oder Stauung hin.

In neueren Psychotherapiemethoden taucht der Begriff des Ankers oder Ankerns ebenfalls auf und beschreibt den Vorgang, dass einem Inhalt oder einer Erkenntnis Bedeutung, Kraft, Beständigkeit, Nachhaltigkeit verliehen wird, indem sie eine Verankerung durch körperliche Berührung oder andere Betonung erfährt und damit engrammatisch fixiert wird.

Literatur: Standard

Autor: Knoll, Dieter

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