Affe

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Keyword: Affe

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Definition: Der Affe ist ein Säugetier mit zum Greifen geeigneten Händen u. gelegentlich mit aufrechter Körperhaltung, das vorwiegend in den Tropen u. meist auf Bäumen lebt.

Information: Der Affe ist wie der Mensch ein Primatentier (lat. primas, primus: der dem Rang nach Erste oder Vornehmste) gilt im 20. Jh. als Urahn und nächster Verwandter des Menschen mit weitgehend vergleichbarer genetischer Ausstattung und Verhaltensmustern.

Interpretation: Freud bezeichnete das als eine der großen Kränkungen der Menschheit. Im Mittelalter wurden Affen mit Spiegel abgebildet, galten als Symbol für Eitelkeit, weltliche Begierde, Bosheit, gefesselt deuten sie auf den besiegten Teufel. In eine Frucht beißend, steht der Affe in der byzantinischen Kunst für den Sündenfall. Im Buddhismus ist der Affe eines der "Drei Geistlosen Geschöpfe" des Urbeginns, gefräßig und habgierig. In Bäumen nahe dem Himmel wie auf der Erde zu Hause, ist der Affe Grenzgänger zwischen Welten, hat Tricksternatur, verkörpert Schelm und Teufel in einer Gestalt.

Der ägyptische Thot, Gott der Weisheit und Verkünder der Urteile des Totengerichts, wird als ibis- oder hundeköpfiger Pavian dargestellt. Das sprichwörtliche Motiv der drei Affen steht für die Weisheit, nichts Böses zu hören, zu sehen und zu sagen. In Träumen kann der Affe die aus dem unkontrollierbaren Unbewussten heraus aufbrechenden instinkthaften Impulse abbilden. Unverhohlen zeigt der Affe sich, stellt sich schamlos bis unverschämt dar, verleugnet nicht seine Gefühlsregungen: spielfreudig, neugierig, hinterlistig, lüstern, ungezügelt, frech, unbeherrscht, gewitzt, schlau, weise. Ist man wie "vom Affen gebissen" oder wie ein "wilder Affe", verhält man sich wild und ungezügelt, wie von Sinnen. Betrunkene haben "einen Affen". Seinem Affen Zucker geben, bedeutet, eine Eigenheit oder Unart pflegen. Affig ist man albern, nachäffen ist ein übertriebenes Nachahmen. Sitzt man wie ein Affe auf dem Schleifstein, so sitzt man krumm, macht keine gute Figur. Das @ des Internet wird "Klammeraffe", "Affenschwanz, -ohr ", "-schaukel" genannt. Ein Klammeraffe klammert sich mit Armen und Beinen fest an etwas oder jemanden. Das sich an die Mutter klammernde Affenbaby rührt an. Affenliebe ist eine übertriebene Liebe und ein Klammeraffe im Traum kann auf übermäßig anklammerndes Verhalten z. B. in der Eltern-Kind-Beziehung hinweisen. Die Übungen des Qigong greifen beim "Spiel des Affen" die Bewegungsfreude des Affen auf. Er bewegt sich klug und wachsam, geistesgegenwärtig und behände. Seine Neugierde treibt ihn an, mutig und tapfer die Welt zu ergründen.

Literatur: Standard

Autor: Hammerstein, Günter

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