Advent

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Definition: Das lateinische Wort adventus („Advent“) heißt „Ankunft“ (griech. parousia). Die frühe Christenheit bezeichnet damit die Ankunft Jesu.

Information: Seit dem 5. Jahrhundert wird die Zeit vor Weihnachten als Adventszeit bezeichnet. Ursprünglich begann die Adventszeit am 11. November und umfasste sechs Sonntage. Im 11. Jahrhundert wurde sie auf vier Adventssonntage (beginnend zwischen dem 26. November und dem 4. Dezember) begrenzt.

Interpretation: Eine frühe Deutung der Adventssonntage ist die Deutung auf die dreifache Ankunft (triplex adventus) Christi in die Welt (in mundum), ins Herz der Glaubenden (in mentem) und als Weltenrichter (in iudicium). Der 4. Adventssonntag galt als Auftakt zum Weihnachtsfest.

Eine andere Deutung, die schon auf den Kirchenvater Tertullian (ca. 160-220) zurückgeht, ist die Deutung auf die vier Weltzeitalter: Das Zeitalter des Noah-Bundes (Urzeit), das Zeitalter des Moses, das Zeitalter des Christus und das zukünftige Zeitalter des Heiligen Geistes.

Psychologisch bedeutsam ist die Deutung der vier Adventssonntage auf die vier Elemente und damit verbunden auf die vier Erzengel (Siehe: Adventskranz).

Psychologische Bedeutung haben auch die Festtage während der Adventszeit:

Der 4. Dezember ist der Tag der Barbara, einer Märtyrerin aus Nikomedien (Anfang 4. Jahrhundert). Sie gehört zum Kreis der 14 NothelferInnen. Zweige, die am Barbaratag gepflückt werden, blühen am Weihnachtstag auf – Symbol der Auferstehung des Lichtes.

Der 6. Dezember ist der Tag des Nikolaus, des Bischofs von Myra (Anfang 4. Jahrhundert). Er gilt als Helfer in Schwierigkeiten und als Freund der Kinder. Seit dem 11. Jahrhundert hat sich mit dem milden Nikolaus die finstere Gestalt des Priesters Ruprecht zu Danzstedt verwoben, der als „Knecht Ruprecht“ (Ruprecht = Hrvodperaht = „der von Ruhm strahlende“, Beiname des Odin), der Begleiter des Nikolaus ist und gelegentlich mit ihm identifiziert wird. Germanische Völker sahen darin zuweilen die beiden Seiten des Gottes Odin. Während Nikolaus die milde und lichtspendende Natur des Gottes repräsentiert, verkörpert Ruprecht seine finstere und unheilbringende Seite.

In der katholischen Kirche ist seit dem 15. Jahrhundert am 8. Dezember das „Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria“. Papst Clemens XI. erklärte dieses Fest 1708 für die ganze katholische Kirche als verbindlich und Papst Pius IX. verkündete 1854 den Inhalt dieses Festes („Maria durch ein einzigartiges Gnadenprivileg des allmächtigen Gottes von jedem Makel der Erbsünde bewahrt“) als Dogma.

Der 13. Dezember ist der Tag der Lucia einer Märtyrerin aus Syrakus (Anfang 4. Jahrhundert). Dieser Tag ist besonders in Skandinavien mit reichem Brauchtum ausgestattet. Eindrücklich ist vor allem die Lichterkrone, die junge Frauen an diesem Tag auf ihrem Kopf tragen.

Der 21. Dezember ist der Tag des Apostels Thomas. Nach der Überlieferung wirkte Thomas in Indien und ist dort als Märtyrer gestorben (Ende 1. Jahrhundert).

Die Thomaschristen in Indien führen ihren Ursprung auf ihn zurück. Als der „ungläubige Thomas“, der zunächst an der Auferstehung Jesu zweifelte, dann aber vom Auferstandenen selbst überzeugt wurde (Joh. 20, 24-29) ist er in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen.

Literatur: Standard, Bittlinger (1995)

Autor: Bittlinger, Arnold

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