Abwehr

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Keyword: Abwehr

Links: Held, Kompensation, Magie, Projektion, Selbstregulation

Definition: Abwehr ist ein universelles biologisches, psychologisches und soziales Schutz-Phänomen.

Information: Jedes lebendige System ist auf Stabilität und Dauer einerseits und auf Offenheit und Wandlung andererseits angewiesen. Um sich vor Überforderung zu schützen, Gefahr abzuwenden und die Selbst- und Arterhaltung zu ermöglichen, ist es auf Abwehr- und Regulationsmechanismen angewiesen. Die Psychoanalyse formulierte das Konzept der Abwehr und der Abwehrmechanismen auf Grund empirischer Beobachtungen für psychische Systeme. Mit Blick auf das Prinzip der gesunden Selbstregulation des Organismus spricht man heute auch von Bewältigungsstrategien.

Interpretation: Neben ganz konkreten Abwehr- und Schutzmaßnahmen (Kampf, Verteidigung, Flucht, Rückzug in schützende Bereiche) spielt bei einigen Abwehrmechanismen das magische Denken (Magie) eine wesentliche Rolle. Um sich gegen Gefahren zu schützen, die unvorhersehbar sind und gegen die kein normales "Kraut gewachsen ist", haben Menschen schon immer auf magische Methoden zurück gegriffen. Amulette, Talismane (Abraxas) wie z. B. das Hufeisen, Abwehrgebärden, -worte (Abrakadabra) und -riten werden als Abwehrzauber gegen den bösen Blick, gegen böse Geister und anderes Unheil eingesetzt. Dem Haupt der Medusa wurde eine apotropäische Macht zugesprochen. Deswegen wurde es vielfach auf Waffen, Rüstungen, Schilden, auch z. B. auf Stirnziegeln der Dächer angebracht. Abbildungen von Dämonen, Teufeln und machtvollen Gestalten wurden auch dazu verwendet, den Gegner einzuschüchtern. Auch Tiere vollziehen aus dem gleichen Grunde oft angstauslösende Verhaltensweisen und versuchen durch Schreie, Grimassen und dem Vergrößern ihres Körpers den Feind davon zu überzeugen, dass sie ihm überlegen sind.

Literatur: Standard

Autor: Müller, Lutz

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